Faules Osterei: Aue und Dynamo stinksauer auf den Verband

Sie sollen am Ostersonntag das Sachsenpokal-Halbfinale spielen: Aue und Dynamo. Beide wehren sich nun dagegen.
Sie sollen am Ostersonntag das Sachsenpokal-Halbfinale spielen: Aue und Dynamo. Beide wehren sich nun dagegen.

Von Thomas Schmidt und Thomas Nahrendorf

Dresden/Aue - Das Pokal-Halbfinale am Ostersonntag zwischen Dynamo Dresden und Erzgebirge Aue stößt vom Termin her auf wenig Gegenliebe.

Beide Vereine hätten lieber am Sonnabend gespielt. Dass Sport1 live überträgt, ärgert wiederum den MDR. „Wir wollten am Sonnabend spielen, schon allein, weil an diesem Tag mehr Fans kommen“, schüttelt FCE-Präsident Helge Leonhardt den Kopf.

Auch Dynamos Sportdirektor Ralf Minge hält den Termin für ungeeignet, „zumal wir uns im Vorfeld eindeutig anderweitig geeinigt hatten“.

In einer gemeinsamen Erklärung richteten sich am Dienstag beide Vereine an den SFV: „Wir bitten dringend darum, diese Ansetzung noch einmal zu prüfen. Aus unserer Sicht bestehen erhebliche Bedenken. Der Ostersonntag ist der ranghöchste Feiertag im Kirchenjahr und ein traditioneller Festtag für die große Mehrheit der Menschen in Deutschland. Aus unserer Sicht sollte dieser Tag der Familie unbedingt vorbehalten bleiben. Das läge auch im Sinne eines attraktiven Fußball-Nachmittags mit Live-Übertragung im TV, der die beste Werbung für den Sachsenpokal darstellen würde."

Der MDR würde am Ostersonntag in die Röhre gucken.
Der MDR würde am Ostersonntag in die Röhre gucken.

Der Verband schiebt den Schwarzen Peter aber von sich: „Der Sonnabend war geplant. Doch nach Rücksprache mit der Polizei konnte der Termin nicht gehalten werden“, erklärt Ulrike Brade.

Sie ist beim SFV für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Die Bundespolizei habe am Sonntag einfach mehr Einsatzkräfte.

Oder liegt der jetzige Termin doch an Sport1? „Nein, an der Polizei“, wiederholt Ulrike Brade. „Sport1 hat sich für das Spiel interessiert“, sagt sie kurz und knapp.

Und der MDR? „Der hatte auch die Möglichkeit, sich zu positionieren“, war von ihr nur zu hören. Scheint Sport1 also ein höheres finanzielles Angebot gemacht zu haben: „Das ist Ihre Interpretation.“

Leonhardt hat dazu auch seine eigene: „Das ist von den Rechten her sicherlich korrekt, aber moralisch verwerflich. Das ist ein bäuerliches Verhalten gegenüber dem MDR.“ Von den höheren TV-Einnahmen profitiert nur der Verband, die Vereine haben nichts von dem Sender-Wechsel.

Beim MDR selbst hielt sich die Begeisterung über den Deal mit dem Sportsender in Grenzen. Sportchef Raiko Richter: „Wir sind sehr überrascht über die Vorgehensweise des Verbandes, aber wir müssen es akzeptieren“, sagt er zähneknirschend.

„Wir sind ein gebührenfinanzierter Sender, trotzdem wären wir uns sicherlich einig geworden, im Sinne der Vereine und den Fans. Zumal wir jahrelang Partner des SFV sind und auch das Achtel- und Viertelfinale live übertragen haben, Auslosung und Livestreams von Zwickau gegen Oberlausitz und Taucha gegen Aue auch.“

Übrigens: Beim Sächsischen Fußballverband sind bald Wahlen. Präsident Klaus Reichenbach soll von dem ganzen Treiben nichts gewusst haben....

Ralf Minge von Dynamo (l.) und Helge Leonhardt sind sauer auf den Verband.
Ralf Minge von Dynamo (l.) und Helge Leonhardt sind sauer auf den Verband.

Fotos: Picture Point/Sven Sonntag (3); Lutz Hentschel (1)


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