Nach Pfiffen im Stadion! Dynamo-Kapitän Hartmann redet Klartext

Marco Hartmann (l.) haute wenigstens dazwischen, bringt hier Arminias Fabian 
Klos zu Fall.
Marco Hartmann (l.) haute wenigstens dazwischen, bringt hier Arminias Fabian Klos zu Fall.

Dresden - Niederlagen tun immer weh. Noch schmerzhafter aber ist es, wenn man nicht in der Lage ist zu gewinnen. Dynamo erging es beim 0:2 gegen Arminia Bielefeld so.

Nach dem Sieg in Regensburg war man geneigt zu glauben, dass die Mannschaft und Trainer Uwe Neuhaus den Schlüssel für diese erwartet schwere Zweitliga-Saison gefunden hätten. Der Auftritt gegen eine kompakte, aber keineswegs starke Arminia war um so ernüchternder.

Bis in die gegnerische Hälfte sah das Spiel der Dresdner noch recht gefällig aus, in der torgefährlichen Zone fehlten dann aber Tempo, Überraschungsmoment und wohl auch ein Stück weit der Glaube an sich selbst.

Das 0:1 durch den Blackout von Sören Gonther fiel aus heiterem Himmel und war schon die Entscheidung. Weil Dynamo an diesem Abend gefühlt niemals in der Lage war, ein Tor zu machen. Besonders in den verbleibenden letzten zehn Minuten war eine gewisse Hilflosigkeit spürbar. Erstmals schallten da auch deutlich hörbare Pfiffe durchs DDV-Stadion.

Da können sich einige warm anziehen! Dynamo-Kapitän Marco Hartmann war nach 
dem 0:2 gegen Bielefeld total bedient.
Da können sich einige warm anziehen! Dynamo-Kapitän Marco Hartmann war nach dem 0:2 gegen Bielefeld total bedient.  © Matthias Rietschel

„Ich gebe heute den Leuten einfach die Berechtigung, das zu machen. Die Pfiffe waren vollkommen in Ordnung“, meinte der Kapitän. Vielleicht hilft‘s uns, vielleicht hilft‘s dem einen oder anderen.

Ein 0:1 hier im Stadion - ich weiß nicht, ob wir das alle schon verinnerlicht haben: Das ist nix! Du kannst das Spiel sogar noch gewinnen! Aber dafür musst du nach dem 0:1 eine ganz andere Körpersprache zeigen! Da erwarte ich einfach mehr Power. Das erwarte ich für die nächsten Wochen. Da müssen wir im Kopf den Glauben gewinnen.

Du musst hier erst auf dem Platz was zeigen, dann leben die Leute das mit. Und dann geht‘s auf dem Platz weiter - nicht umgekehrt“, richtete der Spielführer einen regelrechten Appell an seine Kollegen. Der 29-Jährige selbst hat schließlich schon ein paar echte Schlachten im heimischen Stadion mitgemacht und weiß, wie wichtig der „12. Mann“ sein kann, um die doch noch zu gewinnen.

So stand man am Ende zu Hause mal wieder mit leeren Händen da. Das kann man sich auf Dauer natürlich nicht leisten, sonst wird‘s ganz schwer. Das weiß natürlich auch Neuhaus, der sich vor allem über die späten Gegentore wundert: „Im Moment kann ich‘s mir auch nicht erklären. Aber an der Mentalität würde ich es nicht festmachen.“

Am Sonntag müssen die dann wieder Schwarz-Gelben bei Bundesliga-Absteiger Darmstadt ran. Keine leichte Aufgabe. Aber die gibt es wohl ohnehin nicht. „Jedes Spiel wird schwer werden. Diese 2. Liga ist brutal ausgeglichen“, weiß Neuhaus.


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