SCHWARZ. GELB. WAHNSINN! Dynamo kickt RB raus

Der RB-Bus wurde auf P2 abgestellt, die Spieler mussten zu Fuß, damit quasi durch den Hintereingang ins Stadion und anschließend über den Rasen zur Kabine laufen. 
Der RB-Bus wurde auf P2 abgestellt, die Spieler mussten zu Fuß, damit quasi durch den Hintereingang ins Stadion und anschließend über den Rasen zur Kabine laufen.   © Lutz Hentschel

 Dresden – SCHWARZ. GELB. WAHNSINN! Dynamo hat am Sonnabend sich und die Fans glücklich gemacht und die kleine Sensation geschafft.

Das Team von Trainer Uwe Neuhaus kickte im vorangekündigten „Kampf der zwei Fußballwelten“ RB Leipzig in der ersten Runde aus dem DFB-Pokal. Und wie!

Denn zunächst sah es für den Gastgeber vor 29.222 Zuschauern im DDV-Stadion mit einem 0:2-Rückstand gar nicht gut aus. Marcel Sabitzer (15. Minute) und Dominik Kaiser per Foulelfmeter hatten die „Roten Bullen“ in Führung gebracht.

Doch ausgerechnet deren Ex-Spieler, und gebürtige Dresdner, Stefan Kutschke schlug zurück, erzielte das 1:2 per Strafstoß (46.) und später das 2:2 (78.).

Am Ende musste das Elfmeterschießen entscheiden und da hatten die Schwarz-Gelben die besseren Nerven und erfüllten sich ihren Traum. Aias Aosman traf zum 7:6 nach Elfmeterschießen. 

Für Dynamo bedeutet das 256.000 Euro zusätzlich, für die Fans ist der Sieg unbezahlbar. 

Zu Fuß ging es für RB ins Stadion. 
Zu Fuß ging es für RB ins Stadion.   © Lutz Hentschel

Vor und nach dem Spiel blieb alles friedlich. Dynamo hatte RB eine alternative Route zur Anfahrt ans Stadion angeboten, die schlug der Verein aber aus und wollte mit dem eigenen Bus normal in das Mundloch an der Gästekabine fahren. 

Doch da spielte die Polizei nicht mit, ließ den Bus auf P2 halten und die Spieler aussteigen. Die mussten dann sozusagen durch den Hintereingang ins Stadion, um anschließend über den Rasen zur Kabine zu laufen. 

Für eine Überraschung vor dem Anpfiff sorgte Coach Neuhaus. Denn Nils Teixeira, Andreas "Lumpi" Lambertz und Pascal Testroet mussten auf der Bank Platz nehmen. 

Für sie kamen Manuel Konrad, Hendrik Starostzik und eben Kutschke, der am Ende des Abends der "Man of the match" wurde. 

Stimmungstechnisch ging es gleich zur Sache, die Dynamo-Anhänger "verpfiffen" RB die Ansage der Aufstellung, man verstand nicht einen einzigen Namen des Gegners. 

Hier trifft Marcel Sabitzer zum 1:0 für RB. 
Hier trifft Marcel Sabitzer zum 1:0 für RB.   © Picture Point/Roger Petzsche

Doch RB sorgte dafür, dass die Stimmung bereits nach einer Viertelstunde leicht getrübt war, denn mit dem 1:0 durch Sabitzer gingen die Leipziger zeitig in Führung. Genau das wollte Dynamo eigentlich vermeiden. 

Generell wirkte der Bundesligist frischer, agierte abgeklärt und stand kompakt. Dynamo bemühte sich, doch es fehlten die spielerischen Akzente aus dem Mittelfeld. 

Das Neuhaus-Team agierte viel mit langen, hohen Bällen auf Kutschke, der sich zunächst vergeblich in den Zweikämpfen aufrieb. 

Kurz vor der Pause folgte der nächste Dämpfer. Nach einer Ecke kam Konrad bei seinem Dynamo-Debüt im Strafraum mit der Hand an den Ball - Elfmeter! 

Dominik Kaiser erhöhte auf 2:0, das mussten die Schwarz-Gelben erst einmal verdauen. Doch eröffnet wurde die zweite Hälfte erneut mit dem Pfiff zum Punkt von Schiedsrichter Dr. Felix Brych. 

Nachdem Benno Schmitz Stefaniak unsanft zu Fall brachte, trat Kutschke hochmotiviert vom Punkt an und jagte den Ball in die Maschen - 1:2. 

Kurz vor der Pause markierte Kaiser per Elfmeter das 2:0 für den Bundesligisten. 
Kurz vor der Pause markierte Kaiser per Elfmeter das 2:0 für den Bundesligisten.   © Picture Point/Roger Petzsche

Von da an kochte das DDV-Stadion wieder. Neben den zahlreichen Transparenten, die in die Höhe gehalten wurden, versuchten die Fans, ihre Mannschaft nach vorn zu peitschen. 

Zur Halbzeit nahm Neuhaus Hendrik Starostzik vom Platz, brachte Nils Teixeira und stellte taktisch um. Das zeigte Wirkung, denn Dynamo agierte wesentlich besser als in der ersten Hälfte. 

Ab der 74. Minute setzte der Coach dann alles auf eine Karte, nahm Defensivmann Konrad vom Feld und brachte mit Testroet einen zweiten Stürmer. Wenige Sekunde später hatte Kutschke den Riesen zum Ausgleich auf dem Fuß, spitzelte den Ball aber knapp am rechten Pfosten vorbei. 

Die RB-Fans skandierten in Richtung ihres Ex-Spielers "Kutschke, Du Arschloch" und das schien ihn richtig zu motivieren, denn wenig später machte er nach Vorlage von Marco Hartman das 2:2. 

Die erste Hälfte der Verlängerung brachte noch keine Vorentscheidung, allerdings hatte Yussuf Poulsen gleich zwei gute Möglichkeiten. Auch in den zweiten 15 Minuten schaffte es keiner, die Entscheidung zur erzwingen. 

So musste das Elfmeterschießen her . Und da parierte erst Marvin Schwäbe gegen Dominik Kaiser, dann zeigten Neuzugang Akaki Gogia und Aosman null Nerven und schossen Dynamo eine Runde weiter. 

Stefan Kutschke (r.) trifft zum 1:2 aus Dynamo-Sicht. 
Stefan Kutschke (r.) trifft zum 1:2 aus Dynamo-Sicht.   © Lutz Hentschel

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