DFB-Verhandlung: Kann Minge die K-Block-Sperre noch stoppen?

60.000 Euro Strafe drohen Dynamo Dresden aufgrund verschiedener Vergehen seitens ihrer Fans.
60.000 Euro Strafe drohen Dynamo Dresden aufgrund verschiedener Vergehen seitens ihrer Fans.

Dresden - Zehn Tage nach dem Trainingsauftakt am 3. Januar düsen die Dynamo-Kicker in den Süden. Vom 13. bis zum 21. bereitet sich die Mannschaft von Coach Uwe Neuhaus im andalusischen Marbella auf die Zweitliga-Rückrunde vor.

Sportdirektor Ralf Minge wollte die Zeit in Spanien für Vertragsgespräche nutzen – doch daraus wird nichts.

Begründung des 56-Jährigen: „Bekanntlich haben wir gegen die verhängte DFB-Strafe Einspruch eingelegt. In der Zeit findet wahrscheinlich die Berufungsverhandlung statt.“ Und das schon zum zweiten Mal.

Anfang November waren die Schwarz-Gelben beim DFB-Sportgricht abgeblitzt. Das hatte das vom Kontrollausschuss vorgeschlagende Strafmaß sogar noch einmal erhöht: Satte 60.000 Euro (!) Geldbuße und Sperrung des K-Blocks bei einem Heimspiel.

Geahndet wurden damit die Bullenkopf-Aktion während des Pokalspiels gegen RB Leipzig und fünf weitere Vergehen zu Saisonbeginn.





Während des Pokalspiels gegen RB Leipzig landete ein Bullenkopf im Innenraum des Stadions.
Während des Pokalspiels gegen RB Leipzig landete ein Bullenkopf im Innenraum des Stadions.  © Lutz Hentschel

„Das Gericht verkennt nicht, dass das Risikospiel gegen RB Leipzig aufgrund der Bemühungen des Vereins gewaltfrei abgelaufen ist. Gleichwohl zeigen mehrere Fälle nach dem Pokalspiel, dass Dynamo Dresden derzeit aufgrund des Verhaltens Teile seiner Anhänger keine günstige Prognose gestellt werden kann. Daher war der Widerruf der Strafaussetzung zur Bewährung unumgänglich“, hatte Richter Hans E. Lorenz das Urteil damals begründet.

Dynamos kaufmännischer Geschäftsführer Michael Born erklärte, warum die SGD vor das DFB-Bundesgericht zieht: „Das Spiel gegen Leipzig ist durch sorgfältige Vorbereitung trotz hoher Brisanz und negativer Prognosen friedlich abgelaufen, die Partie verlief absolut gewaltfrei.

Das Urteil des DFB-Sportgerichts erachten wir vor diesem Hintergrund als absolut nicht verhältnismäßig. Dass einige Spruchbänder und der Bullenkopf grenzüberschreitende Geschmacklosigkeiten waren, haben wir immer gesagt und uns davon auch deutlich distanziert.“

Warum neben Born auch Minge bei der Verhandlung anwesend sein will, begründet das Dynamo-Idol vor allem mit dem Aufpolieren des Images des Vereins: „Die Sache hat für uns absolute Priorität, da wollen wir mit geballter Kompetenz nichts unversucht lassen.“

Von den finanziellen Einbußen, die so ein halbes Geisterspiel verursachen würde, mal ganz abgesehen. Wann genau die Verhandlung in Frankfurt stattfindet, steht noch nicht fest. Vielleicht kann Minge der Mannschaft ja hinterherreisen. An der Mittelmeerküste sind zwei Testspiele geplant. Am 17. Januar geht’s gegen den FC Zürich, der aktuell die Tabelle der 2. Liga in der Schweiz anführt.

Drei Tage später steht die Partie gegen den Schweizer Erstligisten FC Luzern auf dem Programm.

Ralf Minge hat seinen Spanientrip und die geplanten Vertragsverhandlungen verschoben.
Ralf Minge hat seinen Spanientrip und die geplanten Vertragsverhandlungen verschoben.

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