Einlasssturm, Pyro und Gewalt? Dynamo-Fans widersprechen Polizei

Haben sich die Dynamofans am Einlass in München daneben benommen, oder nicht?
Haben sich die Dynamofans am Einlass in München daneben benommen, oder nicht?

München/Dresden - Letzten Sonnabend wurde die SG Dynamo Dresden von geschätzt 20.000 Fans zum Auswärtsspiel bei 1860 München begleitet. Die Polizei berichtete nach Spielschluss über unschöne Vorkommnisse im Eingangsbereich des Stadions. 

Demnach soll es trotz Verbotes rund 40 sogenannten "Dresdner Problem-Fans" geglückt sein, ins Stadion zu gelangen, weil ein weiterer Dresdner Anhänger unerlaubt ein Stadiontor geöffnet hatte. Die Polizei konnten nur mit Gewalt das Eindringen weiterer Fans verhindern.

Weiterhin ist von Flaschenwürfen, Pyro-Aktionen im Stadionumfeld und Provokationen auf dem Weg ins Stadion die Rede. Und auch bei der Dresdner Abreise soll es zu Vermummungen und Böllerwürfen gekommen sein.

Diesen harten Fakten widerspricht die Dresdner Dynamo-Fanseite Schwarz-Gelbe-Hilfe massiv. Dort heißt es:

"Im Gegensatz zur Polizei konnten wir einen reibungslosen Ablauf der Eingangskontrollen beobachten. Trotz erhöhtem Aufkommen an den Stadiontoren verhielten sich die eingesetzten Ordnungskräfte der Situation angemessen, auch klappte der vorher angekündigte Tausch von Eintrittskarten völlig problemlos. Ein ungehindertes Eindringen in den Stadionbereich durch sogenannte Problemfans oder das Abrennen pyrotechnischer Gegenstände innerhalb des Stadions konnten wir nicht feststellen.

Nach dem Spiel erfolgte durch die Polizei keinerlei Fantrennung, auch an den neuralgischen Punkten, wie S-Bahnhof oder P+R Parkplatz war die Präsenz der Polizei eher gering, daher kam es zu einzelnen Auseinandersetzungen zwischen Fans. Von Ausschreitungen zu berichten, wäre aber deutlich übertrieben."

Zum Vergleich, die Münchner Polizei schreibt Folgendes:

"Im Laufe des Spiels versuchten sich Dresdner Fans Zutritt zu einem Block zu verschaffen, ohne über entsprechende Eintrittskarten zu verfügen. Auch hier mussten Einsatzkräfte zur Unterstützung des Ordnungsdienstes unmittelbaren Zwang anwenden.

Insgesamt kam es zu 10 Freiheitsentziehungen und 6 Strafanzeigen wegen Delikten gegen das Sprengstoffgesetz, Raub, Widerstand, Körperverletzung, Betäubungsmittel und Verwenden verfassungsfeindlicher Gegenstände."

Damit steht Aussage gegen Aussage. Viele SGD-Fans haben der Darstellung der Dresdner "Solidargemeinschaft" (so nennt sich die Seite selbst) bereits zugestimmt.

Was am Einlass sowie bei An- und Abreise wirklich vorgefallen ist, wissen wohl nur die, die am Sonnabend auch tatsächlich in München waren.


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0