Wie geht's nun in Sachen Geschäftsführer weiter?

Robert Schäfer wollte Dynamo früher verlassen, soll aber noch bis Ende April etliche Aufgaben abarbeiten. Eine Ausstiegsklausel hatte der 39-Jährige entgegen anderer Aussagen übrigens nicht in seinem Vertrag stehen.
Robert Schäfer wollte Dynamo früher verlassen, soll aber noch bis Ende April etliche Aufgaben abarbeiten. Eine Ausstiegsklausel hatte der 39-Jährige entgegen anderer Aussagen übrigens nicht in seinem Vertrag stehen.

Von Thomas Schmidt

Dresden - Obwohl das Transferfenster seit Montag, 18 Uhr, geschlossen wurde, ist Dynamo mal wieder auf Personalsuche. Dabei geht es nicht um Spieler oder gar den Trainer: 24 Stunden nach Ende der Wechselfrist erhielt Robert Schäfer die Freigabe.

Gestern gab’s die erwartete Bekanntgabe am Rhein: Schäfer wird neuer Chef des Zweitligisten Fortuna Düsseldorf! Der Aufsichtsrat bestellte den 39-Jährigen zum Vorsitzenden des Vorstandes.

Schäfer werde seine Tätigkeit "spätestens zum 1. Mai 2016" aufnehmen. "Wir haben mit Robert Schäfer eine herausragende Persönlichkeit gewinnen können. Seine Kompetenz und Erfahrung wird er auch bei Fortuna einbringen. Herr Schäfer wird mit uns gemeinsam an dem Ziel arbeiten, den Verein weiterzuentwickeln", so Fortuna-Boss Reinhold Ernst.

Der Dynamo-Aufsichtsrat nach seiner Wahl 2013. Das Gremium muss nun schon zum zweiten Mal einen neuen kaufmännischen Geschäftsführer suchen.
Der Dynamo-Aufsichtsrat nach seiner Wahl 2013. Das Gremium muss nun schon zum zweiten Mal einen neuen kaufmännischen Geschäftsführer suchen.

Genau das hatte der vor zwei Jahren von 1860 München gekommene Funktionär bei den Schwarz-Gelben erfolgreich getan. Am liebsten hätte Schäfer "so schnell wie möglich" die Fronten gewechselt, wie vom Dynamo-Aufsichtsrat zu erfahren war.

Schließlich habe man sich auf den Kompromiss 30. April geeinigt. Abzüglich seines Rest-Urlaubes wird der Noch-Geschäftsführer also bis Mitte April Zeit haben, seinen Nachfolger einzuarbeiten.

Seit gestern steht die Ausschreibung für den auf der Homepage des Vereins. Bewerben kann sich jeder, der glaubt, den Ansprüchen des Vereins gerecht zu werden.

Die Aufgaben sind nicht ohne: "Erarbeitung und Umsetzung von Konzepten und Strategien zur perspektivischen Weiterentwicklung des Vereins, Ausbau und Profilierung der Erfolgsmarke SGD als überregionaler Werbeträger oder die Forcierung und Überwachung der vereinseigenen Projekte zur Gewaltprävention."

Doch es gibt auch Wünsche bezüglich des Profils: "Idealerweise verfügen Sie über betriebswirtschaftliche Kenntnisse, haben umfassende Erfahrung in einer Führungsposition im Bereich Sportmanagement, möglichst in einem Fußballverein, und sind eine kommunikations- und führungsstarke, interdisziplinär versierte Persönlichkeit."

Und: "Sie sind in hohem Maße belastbar und können die Interessen des Vereins gegenüber Verbänden, Behörden und anderen Sportvereinen vertreten."

Genau auf diesem Feld muss Schäfer in den nächsten Wochen noch ackern. Es geht wieder einmal um die Stadionverträge, die dem Drittligsten Probleme bereiten. Zwar hatte der Stadtrat im Herbst eine Erhöhung des Mietzuschusses in Höhe von 1,5 Millionen Euro beschlossen, doch die Stadion-Projektgesellschaft hatte "vergessen", eine gesetzlich geforderte "Instandhaltungs-Rücklage" zu bilden.

Dafür soll nun Dynamo einspringen und für 2016 stattliche 250.000 Euro hinterlegen. Geld, das der Verein nicht eingeplant und auch nicht auf der hohen Kante liegen hat. Bekanntlich wird jeder Cent gebraucht, um am Saisonende schuldenfrei zu sein und das Darlehen an Michael Kölmel zurückgezahlt zu haben.

Schäfer wurde vom Aufsichtsrat mit der Klärung beauftragt inklusive einer diesbezüglichen Regelung für die kommenden Jahre. Auch die Lizenz-Unterlagen soll Schäfer noch vorbereiten und einreichen.

Bis zum 19. Februar läuft die Bewerbungsfrist für seinen Nachfolger, vier Wochen später will sich das Gremium auf zehn Kandidaten geeinigt haben, mit denen ernsthafte Gespräche geführt werden sollen. Eine Mammut-Aufgabe für die Ehrenamtler: Beim letzten Mal gab es 70 Bewerbungen.

Fotos: Lutz Hentschel (2), SGD


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