Wird der Winter jetzt Dynamos härtester Gegner?

Von Dirk Löpelt

Benahavis - Zehn Tage schwitzten die Profis von Dynamo Dresden unter der andalusischen Sonne im Trainingscamp. Die Grundlagen für den Start in die 17 Spiele umfassende Restrückrunde der 3. Liga sind gelegt, das Fazit positiv. Einige Unwägbarkeiten bleiben allerdings.

Die Testspiele

Michael Hefele (l.) und Janis Blaswich (r.) kassierten gegen den FC Augsburg zwar eine Niederlage, präsentierten sich aber gut.
Michael Hefele (l.) und Janis Blaswich (r.) kassierten gegen den FC Augsburg zwar eine Niederlage, präsentierten sich aber gut.

Gegen Waregem (1:3) und Augsburg (0:1) setzte es zwei Niederlagen, gegen Dynamo Kiew gab‘s ein 2:2. „Wir hatten drei Hochkaräter als Gegner. Gerade das Remis gegen Kiew war zum Abschluss absolut würdig, da kann man nicht meckern“, ist Trainer Uwe Neuhaus durchaus zufrieden. Vor allem für die Psyche sollte es gut sein, dass man offenbar auch mit höherklassigen Mannschaften ganz gut mithalten kann. Auch wenn das für die Liga nur bedingt wertvoll ist.

Die Personalsituation

Für Justin Eilers ist laut Trainer Uwe Neuhaus ein Einsatz im Erfurt-Spiel sehr unwahrscheinlich.
Für Justin Eilers ist laut Trainer Uwe Neuhaus ein Einsatz im Erfurt-Spiel sehr unwahrscheinlich.

Nach dem Abgang von Mathias Fetsch hat man mit Stefan Kutschke mehr als adäquaten Ersatz gefunden. Vor allem ist Dynamo jetzt offensiv variabler, kann auch mit zwei Spitzen agieren. Was Sorgen bereitet, ist die Verletzungsmisere. Mit Justin Eilers (Innenband), Quirin Moll (Zerrung) und Nils Teixeira (Pfeifersches Drüsenfieber) sind derzeit drei Stammkräfte außer Gefecht. Aias Aosman ist in Erfurt noch gesperrt. Und Marvin Stefaniak muss nach einer Achillessehnenreizung behutsam an die 100-prozentige Belastung herangeführt werden.

„Bei Eile wird es sehr, sehr knapp“, befürchtet Trainer Uwe Neuhaus. „Auch bei Marvin ist das ein Tanz auf der Rasierklinge, da dürfen wir nichts überreizen.“ Vor allem über die Achillessehnen-Probleme einiger Spieler macht sich Neuhaus Gedanken. „Unterm Strich waren das deutlich zu viele. Warum, darüber habe ich mir in den letzten Nächten stundenlang den Kopf zerbrochen. Ich weiß nicht, ob das die Auswirkungen der ersten Woche sind.“ Da hatte Dynamo Kondition und Kraft gebolzt, unter anderem mit Treppenläufen im K-Block.

Der Wetterwechsel

Uwe Neuhaus muss jetzt den Spagat zwischen Sonne und Schnee finden.
Uwe Neuhaus muss jetzt den Spagat zwischen Sonne und Schnee finden.

Die Dynamos müssen einen kleinen Temperaturschock verarbeiten - zwischen dem warmen Andalusien und dem kalten Deutschland herrschen aktuell mehr als 20 Grad Unterschied. Ganze fünf Tage haben die Spieler, um sich daran zu gewöhnen. Doch das ist nicht alles. „In Spanien war es schön warm, vor allem aber waren die Plätze perfekt. Jetzt sind die Böden gefroren, mit Schnee bedeckt, in Erfurt am Samstag vielleicht auch matschig. Das kommt unserer Spielweise natürlich nicht entgegen. Deshalb werden jetzt Tugenden wie Kampf und Siegeswille entscheidend sein“, sagt Kapitän Michael Hefele.

Neuhaus hatte angesichts der Wetternachrichten aus Dresden sogar erwogen, das Camp bis zum Dienstag zu verlängern, verwarf diesen Gedanken aber wieder. „Zehn Tage sind unterm Strich genug, jeder wollte nach Hause. Dort müssen wir uns schnell akklimatisieren. Die erste Woche macht mir nicht die großen Sorgen. Aber kriegen wir drei Wochen Frost, muss man kreativ sein.“ Wie in der Vergangenheit könnte Dynamos härtester Gegner mal wieder der Winter werden.

Der Krämer-Effekt

Erfurt ist der nächste Dynamo-Gegner und hat sich mit Stefan Krämer einen richtigen Motivationskünstler an Land gezogen.
Erfurt ist der nächste Dynamo-Gegner und hat sich mit Stefan Krämer einen richtigen Motivationskünstler an Land gezogen.

Seit 1. Januar ist Stefan Krämer neuer Trainer der abstiegsbedrohte Erfurter. Der 48-Jährige soll den Thüringen neue Impulse verleihen und vor allem für das erste Spiel heiß machen. Dynamo-Stürmer kennt den Coach, stieg 2013 unter ihm mit Arminia Bielefeld in die 2. Bundesliga auf. „Stefan Krämer ist kein Laptop-Trainer, aber ein richtig guter Motivator. Der auch einige Tricks drauf hat. „Es gab zum Beispiel die taktische Anweisung, vom Anstoß weg einen beabsichtigten Fehlpass nach vorn zu spielen, um dann sofort zu pressen und den Gegner unter Druck zu setzen“, plaudert „Paco“ aus dem Nähkästchen.

Fotos: Lutz Hentschel


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