Keine Baugenehmigung: Kröte stoppt Dynamos Trainingszentrum

So soll das neue Trainingsgelände im Ostragehege aussehen.
So soll das neue Trainingsgelände im Ostragehege aussehen.  © Lutz Hentschel

Dresden – Eine Kröte blockiert Dynamos sportliche Zukunft. Das neue Trainingszentrum droht zum Spielball politischer Interessen zu werden. Denn für den zeitnah geplanten Baustart gibt es von der Stadt Dresden keine Genehmigung.

Alles sah so gut aus. Als Ersatz für das nur noch bis 2018 nutzbare Trainingsgelände im Großen Garten sollte im Ostragehege ein neues, hochmodernes Trainingszentrum entstehen. Das sächsische Innenministerium hatte für das etwa 15 Mio. Euro teure Projekt schon Fördermittel (1,9 Mio. Euro) locker gemacht.

Doch wenige Wochen vor dem geplanten Baustart zog die Stadt jetzt die Bremse. Wie die Sächsische Zeitung berichtet, wurde der Bau nicht genehmigt. Als erstes hatten die DNN von den Problemen um die Genehmigung berichtet.

Die Gründe dafür sind: Der Neubau würde nicht in den Landschaftsplan passen, es verstoße gegen den Hochwasserschutz und die gefährdete Wechselkröte würde in ihren Laufwegen gestört.

Die Wechselkröte würde nach bisherigem Planungsstand durch kickende Dynamos in ihrem Wanderweg gestört.
Die Wechselkröte würde nach bisherigem Planungsstand durch kickende Dynamos in ihrem Wanderweg gestört.

Letztere lebt in unmittelbarer Nachbarschaft zum geplanten Trainingszentrum in einem künstlichen Biotop und soll bald noch ein zweites bekommen. Der Wanderweg zwischen diesen beiden "Wohnsitzen" würde aber genau über das Trainingsgelände führen. Was natürlich nicht geht.

Außerdem würden die Trainingsplätze und das Funktionsgebäude im Überschwemmungsgebiet liegen. Die Planer sind von der Entwicklung einigermaßen überrascht. Zumal alle Punkte bereits in Vorgesprächen bekannt waren und diskutiert wurden. "Das war alles in etlichen Terminen besprochen worden und wurde in der Planung berücksichtig", sagte Ralf Weber, Chef der DGI, welche die Grundstücke im Ostragehege entwickelt, gegenüber der SZ.

Grüne und CDU zweifeln nun am Sinn des beschleunigten Verfahrens. Es gibt Stimmen, die ein ordentliches Verfahren favorisieren, was bedeuten würde, die Aufstellung eines Bebauungsplans zöge sich zwei bis drei Jahre hin. Dynamo stünde dann aber komplett ohne Trainingsplätze da.

Im Großen Garten dürfen sie nur mit Ausnahmegenehmigung bis zum Herbst 2019 bleiben. Diese Ausnahme wird aber nur gemacht, wenn es für das neue Trainingszentrum eine Baugenehmigung gibt. Fehlt diese, gibt es auch keine Verlängerung im Großen Garten.

Sportbürgermeister Peter Lames sieht aber Chancen, dass es beim angestrebten Baustart bleibt. Im Anhörungsverfahren kann der Bauherr Nachbesserungen angeben und z. B. für die Kröten Ausweichrouten vorschlagen, erklärte Lames in der SZ.


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