Deswegen will Dynamo-Kapitän Hartmann vom Klassenerhalt nix wissen

Marco Hartmann gibt nicht nur am Klavier, sondern generell bei Dynamo den Ton an.
Marco Hartmann gibt nicht nur am Klavier, sondern generell bei Dynamo den Ton an.  © Lutz Hentschel

Marbella - Mehr als die Hälfte ist geschafft. Dynamo liegt nach sechs Tagen im spanischen Trainingscamp voll im Plan. Nach dem 3:1-Sieg gegen den FC Zürich gibt’s morgen gegen den Schweizer Erstligisten FC Luzern den finalen Test vorm Rückrunden-Auftakt.

"Jedes Spiel ist für uns eine Generalprobe", meint Trainer Uwe Neuhaus, der seinen Spielern nach acht Einheiten gestern schon den zweiten freien Nachmittag schenkte.

"Die Belastung ist hoch, das Training intensiv, aber es macht sich auch keiner tot", sagt Kapitän Marco Hartmann. "Der Fokus liegt eindeutig auf den Spielen."

Und in denen arbeitet Dynamo weiter am grundsätzlichen Matchplan.

Auch im Training geht Marco Hartmann voran.
Auch im Training geht Marco Hartmann voran.  © Lutz Hentschel

Der sieht vor, den Ball so lange wie möglich in den eigenen Reihen zu halten, den Kontrahenten müde laufen zu lassen und damit mürbe zu machen.

"Irgendwann ist der Gegner davon genervt, hat keine Lust mehr“, ist „Harti" überzeugt.

Sturmtank Stefan Kutschke, der in der Vorbereitung bereits drei Treffer erzielt hat, weiß aus eigener Erfahrung, wie das ist. "Wenn du als Stürmer hin- und her rennst und nicht an den Ball kommst - das ist wie bei einem Hund, der dem Leckerli hinterher jagt und es nie kriegt. Da vergeht dir die Lust."

Dass diese Art des Fußballs, diese Ball-Dominanz, wie sie die Bayern unter Pep Guardiola perfektionierten, nicht in jedem Spiel funktionieren kann und wird, ist allen klar. "Wir haben Alternativen und Lösungen, das hängt aber auch immer vom Gegner ab", sagt Hartmann, der als Kommandogeber in der Zentrale eine entscheidende Position einnimmt.

Dynamos Käpt’n, der in allen bisherigen 17 Partien dabei war und die beste Hinrunde seiner Karriere ablieferte, will sich übrigens nicht mit dem Saisonziel Klassenerhalt zufrieden geben. "Es ist so, dass wir uns bisher noch nicht klar drauf geeinigt haben. Ich geh‘ davon aus, dass das noch kommt. Natürlich ist der Klassenerhalt das Wichtigste. Aber gibst du jetzt der Mannschaft das Ziel Klassenerhalt, sagst du jedem: Wenn wir neun Punkte haben, dann ist es vorbei. Dann denkt sich jeder: Okay, neun Punkte holen wir mit der halben Arschbacke. Da fängst du schon an mit der Scheiße. Deswegen finde ich das nicht gut. Und das macht ja auch keinen Spaß. Da bist du am Ende bei 40 Punkten, dann hattest du zwar eine sichere Saison, aber der Eindruck war nicht gut.

Darauf habe ich keine Lust. Wir sollten uns höhere Maßstabe setzen, die irgendwo realistisch sind, dass du sie erreichen kannst. Also: Realistisch und hoch, das wär‘ mein Wunsch."

Trainer Uwe Neuhaus (l.) und Kapitän Marco Hartmann beratschlagen sich.
Trainer Uwe Neuhaus (l.) und Kapitän Marco Hartmann beratschlagen sich.  © Lutz Hentschel

"England ist gleich um die Ecke"

Das CAMP-Tagebuch von Dirk Löpelt

Auch wenn sich die Sonne gerade etwas rar macht: Marbella ist immer eine Reise wert. Auch im Winter - denn dann kann es sich sogar der Normalbürger leisten.

Marbella, als Stadt der Schönen und Reichen bekannt, ist in den vergangenen Jahren vor allem ein Paradies für gutbetuchte Pensionäre und Rentner geworden. Das milde Klima spielt dabei natürlich eine Rolle. Das nötige Kleingeld auch. Eine 120-Quadratmeter-Wohnung am Hafen wird aktuell für 1,5 Millionen Euro angeboten. Ein Liegeplatz für eine der vielen Yachten kostet schon mal so viel wie ein deutsches Einfamilienhaus. Jährlich versteht sich.

Von Marbella aus sieht man übrigens bereits Afrika, die marokkanische Küste. Und England ist auch gleich um die Ecke. Im vergangenen Jahr konnten wir uns zeitlich einen kurzen Abstecher nach Gibraltar leisten. Das britische Überseegebiet, auch Affenfelsen genannt, ist gerade mal 6,5 Quadratkilometer groß. Und wirklich very british.

Nur ein Beispiel: Der Body-Mass-Index verändert sich hier sichtlich, was bei Fish and Chips und Bier am Vormittag kein Wunder ist. Wohl kein Zufall, dass die britische Währung seit mehr als tausend Jahren Pfund heißt ...


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