Bürgermeister fassungslos: Auch bei Energie Cottbus Banner für toten Chemnitz-Fan

Cottbus - Neben der umstrittenen Trauerbekundung für einen toten rechtsextremen Fan im Stadion von Regionalligist Chemnitzer FC hat es auch beim Fußball-Drittligisten FC Energie Cottbus Beileidsbekundungen von Fans gegeben.

Während des Cottbus-Spiels gegen Preußen Münster wurde ein umstrittenes Banner aufgehängt.
Während des Cottbus-Spiels gegen Preußen Münster wurde ein umstrittenes Banner aufgehängt.  © Imago

Beim Drittliga-Spiel am vergangenen Samstag gegen Preußen Münster hing im Innenraum ein Banner mit der Aufschrift "Ruhe in Frieden Tommy". Gemeint ist der gestorbene Thomas Haller, der als Mitbegründer einer ehemaligen rechtsextremen Organisation in Chemnitz galt. In Chemnitz hing am Samstag ein Banner mit dem gleichen Wortlaut.

Dort sorgte vor allem der Torjubel von Daniel Frahn für Negativ-Schlagzeilen (TAG24 berichtete). Der Angreifer war nach seinem Treffer zur zwischenzeitlichen 3:2-Führung direkt zur Seitenlinie gerannt. Dort schnappte er sich ein schwarzes Trikot mit der Aufschrift "Support your local hools" und hielt dieses Richtung Südkurve. Frahn muss nun mit einer (Geld-)Strafe rechnen.

"Diese Aktion wird von den Verantwortlichen des Chemnitzer FC nicht akzeptiert. Für Äußerungen dieser Art ist auf dem Fußballplatz kein Raum. Der CFC wird diesen Fall untersuchen und disziplinarische Maßnahmen prüfen", hieß es in einer Pressemitteilung des Vereins.

CFC-Torjäger Daniel Frahn hielt während des Spiels ein Trikot mit der Aufschrift: "Support your local Hools" hoch.
CFC-Torjäger Daniel Frahn hielt während des Spiels ein Trikot mit der Aufschrift: "Support your local Hools" hoch.  © Harry Härtel/Haertelpress

Und wie sieht's in Cottbus aus? Nach Aussage von Energie-Pressesprecher Stefan Scharfenberg-Hecht sei das Banner in Cottbus kurzfristig vor dem Spiel angemeldet und zugelassen worden.

"Den Verantwortlichen war zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt, um welche Person es sich hierbei handelte", sagte er der Deutschen Presse-Agentur am Montag.

Mit den dann bekannt gewordenen Informationen hätten die Verantwortlichen der Präsentation des Banners keinesfalls zugestimmt, erklärte der Sprecher. "Wir werden gemeinsam mit unseren Netzwerkpartnern den Vorgang auswerten und daraus Lehren ziehen."

Der Cottbuser Oberbürgermeister Holger Kelch hat kein Verständnis für das Banner im Stadion des Drittligisten. Er hätte von den Vereinsgremien mehr Sensibilität und auch an dieser Stelle eine klare Haltung erwartet, sagte Kelch am Montag. "Eine solche Aktion ist Wasser auf die Mühlen der rechtsextremen Szene, aber auch derer, die unsere Stadt pauschal in die rechte Ecke stellen."


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