Aues Urgestein macht Schluss

Bernd Zimmermann 2006 im Trainingslager Bad Blankenburg an der Rezeption.
Bernd Zimmermann 2006 im Trainingslager Bad Blankenburg an der Rezeption.

Von Thomas Nahrendorf

Aue - Es ist keine Ente, „Zimbo“ geht in Rente. Heute beginnt für FCE-Mannschaftsleiter Bernd Zimmermann (63) der Ruhestand. 46 Jahre im Dienste des FC Erzgebirge endeten gestern offiziell.

In unsere heutigen Zeit wird ja mit dem Begriff Urgestein schon inflationär umgegangen. Jeder, der ein par Jährchen irgendwo bleibt, gilt als Urgestein. Bernd „Zimbo“ Zimmermann ist aber wirklich eins. Neben Lothar Schmiedel und Dietmar Männel gehört er zu den Alteingesessenen im Verein.

„1969 kam er damals ins Junioren-Oberliga-Team“, kann sich Lothar Schmiedel (72) noch erinnern. Er kam und er blieb bis heute. „Bernd hat dann in unserer zweiten Mannschaft gespielt, bis einer schwere Knieverletzung seine aktive Laufbahn beendete.

Wenig später wurde er Mannschaftsleiter der Zweiten und ab 1985 der Ersten“, so Schmiedel zu „Zimbos“ Lebenslauf.

„Er hat also sein ganzen Leben in Aue, im Verein und für den Verein verbracht. Er hat seine Fußstapfen hinterlassen.“

Das war sein Reich: „Zimbo“ in der Kleiderkammer des FC Erzgebirge Aue.
Das war sein Reich: „Zimbo“ in der Kleiderkammer des FC Erzgebirge Aue.

30 lange Jahre war er für die Profis zuständig. Er hat gefühlte 50 Trainer kommen und gehen sehen, er ist geblieben. Er war die große Konstante der Profi-Abteilung. „Wer so lange Zeit in einem Verein arbeitet, hat immer zuverlässig seine Sachen erledigt, der hat schlichtweg einen Bomben-Job gemacht“, lobt Schmiedel. „Und das schöne an ,Zimbo‘ ist, er lässt immer mal einen raus. Wir können zusammen einige Storys erzählen, wo den jungen Leuten die Ohren schlackern“, schmunzelt Schmiedel.

„Zimbo“ wird dem Verein weiter erhalten bleiben, im Rahmen seine Möglichkeiten für den FC Erzgebirge zur Verfügung stehen.

„Der Verein muss sich aber im Klaren sein, dass er schnell einen geeigneten Nachfolger finden muss. Bernd hat nie auf die Uhr geschaut, war sich zu nichts zu schade. Mannschaftsbetreuer ist ein Ganztagesjob. So einen braucht Aue wieder.“

Immer mittendrin: Bernd Zimmermann beim Jubel mit Präsident Helge Leonhardt (l.) und Thomas Paulus (r.) im Mai.
Immer mittendrin: Bernd Zimmermann beim Jubel mit Präsident Helge Leonhardt (l.) und Thomas Paulus (r.) im Mai.

Helge Leonhardt (FCE-Präsident): „Bernd Zimmermann ist in seiner Art eine Persönlichkeit, die es nur selten gibt. Ich freue mich, dass er uns im Rahmen seiner Möglichkeiten erhalten bleibt.“

Michael Voigt (FCE-Geschäftsführer): „Vor seiner Arbeit kann ich nur den Hut ziehen. Das ist einfach Weltklasse.“

Heiko Martin (FCE-Busfahrer): „Er ist sehr akribisch, schaut lieber vor der Abfahrt nochmal alles durch, um nix zu vergessen. Und: Egal, wo wir hinfahren, er kennt in jedem Stadion irgendeinen. Ein herrlicher Mensch.“

Rene Klingbeil (Ex-Kapitän des FCE): „Aue ohne ,Zimbo‘? Das geht eigentlich nicht, unvorstellbar. Er ist Aue. Er ist das Mädchen für alles, ist immer und für alle da. Er ist eine gute Seele.“

Ronny König (Ex-Kicker des FCE): „Er ist ein einzigartiger Zeitgenosse, eine Institution. ,Zimbo‘ hat zwar auch seine Ecken und Kanten, aber wenn du ihn höflich um etwas gebeten hast, hat er alles für dich gemacht.“

Fotos: Picture Point/Sven Sonntag


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