Dotchev heute 50! Er will noch lange in Aue bleiben

Pavel Dotchev zeigt’s an: Heute macht der Trainer des FC Erzgebirge die 50 voll.
Pavel Dotchev zeigt’s an: Heute macht der Trainer des FC Erzgebirge die 50 voll.

Von Thomas Nahrendorf

Aue - Herzlichen Glückwunsch, Pavel Dotchev! Der Trainer des FC Erzgebirge begeht seinen 50. Geburtstag.

Gefeiert wird heute im kleinen Kreis mit den Söhnen in Aue: „Wir haben so viele Freunde, da kann ich nicht alle einladen. Das wäre sehr kompliziert. Deshalb feiern wir im kleinen Kreis. Aber darauf freue ich mich.“ Das ganz große Geschenk zum 50. wird es erst nach der Saison geben.

„Meine Frau ist in diesem Jahr auch 50 geworden. Wir haben uns vorgenommen, in den Urlaub zu fahren, damit wir beide etwas davon haben.“ Nach der Spielzeit soll Kuba das Ziel der Reise werden.

50 - was bedeutet für ihn die Zahl? „Das beschäftigt mich nicht so sehr. Im Grunde ist es ein Geburtstag wie jeder andere. Mir geht es darum, wie es mir geht, wie ich mich fühle. Ich bin gesund, bin ein glücklicher Mensch. Und nur das zählt.“ Er hat kein Problem damit, er genießt das.

„Meine Frau sagt immer: Och, ich bin jetzt schon 50. Ich will nicht alt werden. Ich sage genau das Gegenteil, möchte alt werden.“

Ein Foto aus dem Jahr 1992: Pavel Dotchev als Bundesliga- Profi beim Hamburger SV (hier gegen Bayerns Thomas Helmer).
Ein Foto aus dem Jahr 1992: Pavel Dotchev als Bundesliga- Profi beim Hamburger SV (hier gegen Bayerns Thomas Helmer).

50 Jahre Pavel Dotchev heißen auch fast 50 Jahre Fußball. Seit er denken kann, dreht sich bei ihm alles ums runde Leder. 440 Spiele hat er als Profi absolviert, spielte in Deutschland für den Hamburger SV, Holstein Kiel und den SC Paderborn. 24 Mal lief er für die bulgarische Nationalmannschaft auf. 2002 beendete Dotchev seine Karriere, nahtlos schaffte er den Sprung ins Trainergeschäft. Er trainierte Paderborn, Erfurt, Sandhausen und Münster.

Seit dem 4. Juni ist er in Aue. Was wäre aus ihm geworden, hätte es nicht mit dem Fußball geklappt? „Es gab keinen Plan B“, gibt er zu. „Für mich gab es nur Fußball, Fußball, Fußball. Schon als kleiner Junge habe ich gekickt. Um ganz ehrlich zu sein: Ich weiß es nicht“, lacht er. „Aber egal, was ich gemacht hätte, ich hätte es mit 100 Prozent getan, hätte auch da Spaß gehabt. Ich bin einer, der alles nur mit 100 Prozent macht, mag keine halben Sachen.“

Nun ist Fußballtrainer ein Schleudersitz. Auch Dotchev ist schon rausgeflogen. Wie geht man damit um, wenn man als Trainer gehen muss? „Das gehört dazu“ sagt er. Vor seinem Engagement in Aue war er fast zwei Jahre arbeitslos. „Eine schwere Zeit. Ich habe mich immer auf dem Laufenden gehalten, habe alles verfolgt. Ich habe gehofft, dass Vereine auf mich zukommen wie jetzt Aue. Auch wenn es böse klingt: Ich wollte dem Job nicht hinterherlaufen wie eine Prostituierte, mich anbiedern. Wenn einer mich haben will, wird er mich finden.“

Zwei Jahre hat es gedauert. Nun ist er wieder da. „Ich schätze das, bin absolut glücklich, dass ich nun in Aue Trainer bin.“ Das möchte er noch lange bleiben. Die Erfahrung seiner 50 Jahre soll ihm dabei helfen. „Wird sie“, lacht er zufrieden.

Fotos: picture point/Sven Sonntag, imago


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