Aues Coach Drews: "Ich spreche die Sprache der Spieler"

Technisch durchaus gekonnt, kommunikativ hervorragend, rhetorisch geschliffen: Hannes Drews (r.) macht einen guten Eindruck an der FCE-Seitenlinie.
Technisch durchaus gekonnt, kommunikativ hervorragend, rhetorisch geschliffen: Hannes Drews (r.) macht einen guten Eindruck an der FCE-Seitenlinie.  © Picture Point/Kerstin Kummer

Aue - Vor zwei Wochen bereitete Hannes Drews noch die „U19“ von Holstein Kiel auf das nächste Punktspiel in der Bundesliga vor. Nun ist er Cheftrainer des FC Erzgebirge und steckt mit in der Vorbereitung für sein erstes Heimspiel - ausgerechnet gegen Kiel. TAG24 hat den 35-Jährigen quasi zwischen Tür und Angel abgefangen.

TAG24: Der Fußball ist schnelllebig, Herr Drews, oder?

Drews: „Da kann man so sagen. Vor einige Tagen hätte ich es nicht geglaubt, dass ich in Aue in der 2. Liga Cheftrainer werde. Das ging auch alles sehr schnell.“

TAG24: Gibt es für Sie einen Grund für diese Schnelllebigkeit im Fußball?

Drews: „Ich glaube, dass ist einfach der Lauf der Zeit. Jetzt in Aue war es auch so, dass wir die Deadline der DFL im Nacken hatten. Daher mussten wir alles mit Tempo über die Bühne bringen. Im Fußball allgemein ist es wohl das Geschäft, dass gerade auf der Trainerposition schnell gehandelt wird.“

TAG24: Julian Nagelsmann (Hoffenheim), Domenico Tedesco (Schalke), Alexander Nouri (Bremen), Kenan Kocak (Sandhausen) und nun Sie. Alle haben zusammen den Fußball-Lehrer gemacht. Was ist das Besondere an diesem Jahrgang?

Drews: (lacht laut): „Das ist schwer zu sagen. Es wurden jetzt fünf genannt. Aber alle haben großes Niveau und können in den nächsten Jahren in der 1. oder 2. Liga auftauchen. Es gehört sicher auch Glück dazu, da oben reinzurutschen, aber eben auch Qualität.“

Hannes Drews ist in Aue schon angekommen. Hier zeigt er mit Fitnesstrainer Werner Schoupa (r.) und Co-Trainer Robin Lenk die gekreuzten Hämmer.
Hannes Drews ist in Aue schon angekommen. Hier zeigt er mit Fitnesstrainer Werner Schoupa (r.) und Co-Trainer Robin Lenk die gekreuzten Hämmer.  © Picture Point/Kerstin Kummer

TAG24: Sie sprechen es gerade selbst an: Qualität. Welche ist Ihre?

Drews: „Es ist wichtig, dass man in der heutigen Zeit mit den Spielern spricht. Diese Kommunikation, die Offenheit, Themen mit den Jungs zu erörtern und zu diskutieren. Klar habe ich da auch meine Linie, trotzdem ist es mir wichtig, die Mannschaft auf meine Seite zu ziehen. Das war in Kiel schon so, dass ich das Team mit involviert habe, und das werde ich auch hier versuchen.“

TAG24: Sie sind fünf Wochen jünger als Ihr Routinier Christian Tiffert. Ist es so wichtig, die Sprache der Spieler zu sprechen?

Drews: „Klar, das ist wichtig, Aber nicht nur das. Mann muss sie auch einbinden.“

TAG24: Einbinden, was heißt das genau?

Drews: „Es ist nicht der Fakt, die Übungen zu erklären, sie im besten Falle vorzumachen, sondern: Du musst die Spieler fordern, fragen, warum sie jetzt das oder jenes machen. Die Mannschaft muss Entscheidungen mit fällen. Ich habe zum Beispiel eine Idee, das Team hat vielleicht noch eine bessere. Dann entscheiden wir das zusammen.“

TAG24: In den letzten drei Begegnungen hat Ihr Team gegen drei Aufstiegskandidaten sieben Punkte geholt. Gibt es für Sie überhaupt noch etwas zu verbessern?

Drews: „Viel ist es nicht. Das sage ich jetzt nur so, das ist auch so. Es gibt paar Sachen. Das Anlaufen müssen wir noch verfeinern, auch das Ballbesitzspiel. Es geht auch darum, wo können wir den Gegner ärgern. Da werde ich meinen Input geben. Aber nicht allein, sondern im Trainerteam.

TAG24: Wie das Leben so spielt kommt jetzt ausgerechnet Kiel. Da dürfte ja eigentlich gar nichts schief gehen...

Drews: „Ja, das sagen viele. Sie sagen, du kennst den Verein doch aus dem Effeff, du kennst alle Spieler. Ja, die kenne ich alle. Das kann ein Vorteil sein, aber auch ein Nachteil, denn die Kieler wissen das auch, dass ich sie gut kenne. Holstein wird sich gut vorbereiten und vielleicht ganz anders in Aue auflaufen.“


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