Das ist Dotchevs Camp-Fazit

Von Thomas Nahrendorf

Aue - Zwei freie Tage, dann geht die direkte Vorbereitung auf den Auftakt am Freitag bei den Stuttgarter Kickers los. Doch Trainer Pavel Dotchev blickt noch einmal auf die zehn Tage in Side zurück und äußert sich zu verschiedenen Stichpunkten.

Testspiele

„Wir haben gegen Kasimpasa (3:3) und gegen Bremen (3:1) fast schon optimal gespielt. Beim 1:1 gegen Düsseldorf II. war mir von Anfang an klar, dass es schwer werden wird. Das war ein knackiger Gegner, an diesem Tag waren wir durch das viele Training müde. Aber die Mannschaft hat gebissen. Beim 10:0 gegen Freiberg haben wir das Toreschießen geübt.“

Neuzugänge

„Pascal Köpke und Cebio Soukou haben sich nahtlos eingefügt. Sie bringen die Qualität mit, die wir brauchen. Sie werden uns weiterhelfen. Beide waren am Ende aber sehr müde.“

Gewinner

„Ganz klar die Mannschaft. Wenn ich einen extra herausheben soll, dann Mario Kvesic. Er hat schon im Herbst gezeigt, was er kann. Jetzt schießt er dazu noch Tore. Was er gezeigt hat, beeindruckt mich.“

Verlierer

„Da muss ich leider Simon Handle nennen. Er knüpfte gegen Kasimpasa an seinen starken Auftritt gegen Großaspach an. Dann hatte er Rückenprobleme, verpasste die anderen drei Testspiele. Das hat ihn genervt. Das war ihm anzusehen.“

Fazit

„Ich bin mit den zehn Tagen absolut zufrieden, sie stimmen mich zuversichtlich. Wir sind bis auf wenige Ausnahmen verletzungsfrei durch die Tage gekommen. Trotz des teils heftigen Regens konnte jede Einheit stattfinden, die Trainingsbedingungen waren einfach optimal, Hotel und Essen gut. Die Mannschaft hat überragend mitgezogen. Sie hat sich auf und neben dem Platz als Einheit gezeigt.“

Zwei Seiten von Side

Ein Kommentar von Thomas Nahrendorf

Güle Güle, Side. Das ist nicht abwertend. Das heißt einfach nur Auf Wiedersehen. Aber das mag für diesen Moment keiner sagen.

Jeder im „Veilchen“-Camp war froh, als die Maschine gestern um 11.05 Uhr sicher auf dem Dresdner Flughafen aufsetzte. Die zehn Tage am Mittelmeer sind vorbei. Sie bringen vor allem zwei Erkenntnisse, eine sportliche und eine politische. Doch ich fange mal mit dem Sportlichen an. Von daher gesehen waren die Tage sehr erfolgreich. Die Mannschaft hat das gezeigt, was sie in der Vorrunde ausgezeichnet hat - sie ist eine. Es gibt nicht den alles überragenden Einzelkönner. Aber zusammen ist sie wirklich eine Macht. Kann die Truppe an die zuletzt sieben Spiele ohne Niederlage anknüpfen, ist alles möglich.

Die Jungs sind locker und herzlich. Was mir das Arbeiten in diesen Tagen sehr leicht gemacht hat. Ich konnte auf jeden zugehen, keiner drehte sich weg. Jeder Wunsch wurde erfüllt. Das hatte ich so noch nie.

Die andere Seite ist die politische. Die Türkei war vorher schon recht unsicher. Jetzt, nach dem Anschlag in Istanbul, ist sie es noch viel mehr. Das Gesehene ließ uns alle hier zusammenzucken. Dieses Unbeschwerte war auf einen Schlag weg. Das Hotel hat kaum einer mehr auf eigene Faust verlassen. Dass in Antalya zehn und hier in Side zwei Terrorverdächtige festgenommen wurden, zeigte, Istanbul ist nicht 700 Kilometer weg. Istanbul ist hier. Auch ich war froh, als ich wieder daheim war. Auf Wiedersehen hoffe ich vorerst nicht.

Fotos: Picture Point/Sven Sonntag


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