Chancentod Aue: Einen Whiskey für Leos Nerven

Auch wenn man’s hier nur erahnen kann - Helge Leonhardt guckt derzeit durchaus zufrieden.
Auch wenn man’s hier nur erahnen kann - Helge Leonhardt guckt derzeit durchaus zufrieden.

Von Thomas Nahrendorf

Aue - Er stand nach dem Abpfiff auf dem Rasen, schaute mit den Händen in der Tasche auf die Tabelle an der Anzeigetafel im Stadion und klatschte dann Beifall: „Das kann sich sehen lassen“, freute sich FCE-Präsident Helge Leonhardt (56) über seine Auer.

Am Freitagabend war Aue nach dem 1:0 über Cottbus Zweiter, wurde nur noch von Münster überholt. Platz drei ist der Relegationsrang. 17 Punkte nach neun Spielen, weit oben in der Tabelle - damit hatte nicht mal er als Berufsoptimist gerechnet. „Nein, das stimmt. Es ist zwar nur eine Momentaufnahme, aber die passt“, sagte er.

Er überlegte lange, um die richtigen Worte zu suchen und den derzeitigen Erfolgsweg zu erklären. „Vielleicht haben wir momentan auch das nötige Glück“, sagt er. „Wir treffen zwar nicht oft, aber entscheidend.“ Mit zwei Törchen holte Aue in den letzten drei Spielen sieben Punkte. Mehr geht nicht mit dieser mageren Trefferausbeute. Aber es stand hinten jeweils die Null - ein Faustpfand. „Es klingt jetzt abgedroschen: Aber es ist das Glück, dass wir im Frühjahr beim Abstieg nicht hatten. Da wäre so ein Ball in der letzten Minute reingegangen, jetzt halt nicht.“

Aber nur auf Fortuna will sich der Boss nicht berufen. Das Glück muss sich nämlich auch erarbeitet werden. „Wir haben einen guten Kader, der noch in der Entwicklung steckt, noch nicht bei 100 Prozent ist.“

Was sich Leonhardt jetzt noch wünscht, ist die Abgebrühtheit vor dem Tor. Doch auch das ist für ihn eine Frage der Zeit, schließlich war Männel neben dem eingewechselten Mike Könnecke der Einzige, der schon im Vorjahr in Aue aktiv war. „Die Laufwege passen schon gut, es wird immer besser. Jetzt müssen wir es schaffen, unsere Chancen optimaler zu nutzen. Ich muss mich ja auf der Tribüne mit einem Schluck Jack Daniels beruhigen, da lasse ich ganz schöne Nerven. Wenn wir mal zwei, drei der Möglichkeiten nutzen würden, bräuchte ich den nicht“, lacht er.

Denn auch er weiß: Glück ist nicht lange dein Freund, es lässt dich auch schnell mal im Stich.

Foto: Picture Point/Sonntag


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