Wegen Torzoff: Aue legt Protest ein!

Das Tor zum 1:0 für Großaspach, das nun Gegenstand des Einspruchs wird.
Das Tor zum 1:0 für Großaspach, das nun Gegenstand des Einspruchs wird.

Von Thomas Nahrendorf

Aue - Der FC Erzgebirge legt Protest gegen die Wertung des Spiels in Großaspach (0:2) ein. Das bestätigte Präsident Helge Leonhardt (56) MOPO24.

Grund ist dabei der Treffer zum 1:0 (18.) für den Gastgeber. Schiedsrichter Justus Zorn pfiff nach einem Foul von Mike Könnecke an Timo Röttger Freistoß 18 Meter vor dem Tor.

Zorn zückte das Freistoßsspray, ließ den Freistoß aber dennoch schnell ausführen. Aue inklusive Torhüter Martin Männel waren da aber noch mit dem Stellen der Mauer beschäftigt.

Der Treffer von Michele Rizzi zählte. „Das können wir so nicht hinnehmen“, erklärt Leonhardt. „Aus unserer Sicht fiel das Tor nicht regelkonform.“

Bei Aue war die Empörung nach dem gegebenen Treffer groß.
Bei Aue war die Empörung nach dem gegebenen Treffer groß.

Unterstützung bekommt der FCE von Schiedsrichter-Legende Bernd Heynemann (61) aus Magdeburg: „In dem Moment, als der Schiri das Freistoßspray zückt, signalisiert er den Mannschaften, das Spiel ist unterbrochen und er wird es wieder frei geben.

Das hat er in dem Fall nicht getan. So war es irritierend für die verteidigende Mannschaft. Der Freistoß hätte in meinen Augen wiederholt werden müssen“, so Heynemann.

Der Ex-FIFA-Referee ermunterte die Auer zum Protest. „Es war mit dem 1:0 eine spielentscheidende Szene. Es war nicht das 6:0. Daher sollen die Auer das ruhig wagen. Danach haben sie Klarheit, wie solche Fälle in Zukunft behandelt werden.“

Denn laut Heynemann ist genau dieses Spray regeltechnisch ein luftleerer Raum. Es kann, muss aber nicht angewendet werden, auch nicht in Tornähe. Wenn aber, gilt die Partie für ihn als unterbrochen.

Seiner Meinung ist das wie früher mit dem Trikotausziehen. Da gab es auch lange Zeit keine klare Regel. Ist das Trikot ausgezogen, wenn es in Brusthöhe ist, wenn es am Hals ist oder über dem Kopf.

„Das wurde spät erst geklärt, das Trikotausziehen schon geahndet wird, wenn der Oberkörper zu sehen ist.“

Ähnlich verhält es sich nun mit dem Spray: „Er zückt es ja, um den Abstand zur Mauer herzustellen, er unterbricht es also. Es ist ja kein Mundspray, um mit frischem Atem mit den Spielern zu kommunizieren.

Hat Aue Glück, wird das Spiel wiederholt, hat der Verein kein Glück, wissen alle anderen Mannschaften, dass ein Zücken des Freistoßsprays nicht gleichbedeutend mit einer Spielunterbrechung ist. Auf jeden Fall ist der DFB nun gefordert.“

Ex-Schiedsrichter Bernd Heynemann hat Aue zum Protest geraten.
Ex-Schiedsrichter Bernd Heynemann hat Aue zum Protest geraten.

Fotos: Picture Point/Sven Sonntag


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