Wirrwarr in Aue! Wie alt ist der Verein denn nun?

Ein Bild vom DDR-Oberliga-Spiel zwischen Wismut Aue und dem BFC Dynamo.
Ein Bild vom DDR-Oberliga-Spiel zwischen Wismut Aue und dem BFC Dynamo.

Von Thomas Nahrendorf

Aue - Während andere Ostclubs wie Chemnitz oder Rostock gerade ihren 50. Geburtstag gefeiert haben, wird der FC Erzgebirge nächste Woche 70. Oder doch nicht? Um das Gründungsdatum gibt es noch keine Klarheit.

Für die Fans steht fest: Der FCE wird am 4. März 70. Vor dem Heimspiel am 5. März gegen die „U 23“ des FSV Mainz gibt es einen Jubiläums-Spaziergang. Im Stadion ist eine große Choreographie geplant. Doch ob der 4. März 1946 das richtige Gründungsdatum ist?

Damals wurde die SG Aue aus der Taufe gehoben. Auf der Vereins-Homepage steht der 24. September 1949. Präsident Helge Leonhardt: „Der März 1946 ist ein Bestandteil des Stammbaums, aber ob es die Wurzel ist, steht nicht fest.“

Geht er von einem noch früheren Datum aus? Zeitungen aus den 50er Jahren sprechen vom Herbst 1945.

Unter der Leitung von Präsident Helge Leonhardt wurde bereits eine Arbeitsgruppe gegründet, die sich mit dem wahren Alter des Vereins beschäftigt.
Unter der Leitung von Präsident Helge Leonhardt wurde bereits eine Arbeitsgruppe gegründet, die sich mit dem wahren Alter des Vereins beschäftigt.

„Wir haben schon länger eine Arbeitsgemeinschaft gegründet, um das genaue Datum historisch zu erforschen. Wir wollen und müssen Fakten schaffen. Wir sind über jeden froh, der uns dabei helfen kann. In den Jahrzehnten vor meiner Amtszeit wurde das nicht vollständig aufgeklärt“, so Leonhardt.

Die AG soll Zeitzeugen, Urkunden oder Fotos aus den zurückliegenden Jahrzehnten finden, um das genaue Datum belegen zu können. Sie soll dafür in Archiven recherchieren. „Wir haben jetzt den Zugang zum Auer Stadtarchiv und zu dem der Wismut bekommen. Das könnte uns schon sehr helfen.“

Ergebnisse erhofft er sich auch von einem Buch: „Das war Wismut Aue“. Die Auer Legenden Armin Günther und Willi Tröger zeichnen sich als Zeitzeugen dafür verantwortlich. „Wir wollen Klarheit, wollen die Quellen des Vereins finden. Dafür brauchen wir Anhaltspunkte.“

Egal, wie die Suche ausgeht: Die Fans werden das Heimspiel gegen Mainz zu einer großen Geburtstags-Party machen. „Das sollen sie ruhig tun“, so Leonhardt.

Fotos: Frank Kruczynski; Picture Point/Sven Sonntag


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