Leonhardt: „Jetzt müssen wir den Krieg gewinnen“

Enttäuschung nach dem Spiel beim den Auern Simon Handle und Christian Tiffert (re.).
Enttäuschung nach dem Spiel beim den Auern Simon Handle und Christian Tiffert (re.).

Von Thomas Nahrendorf

Aue - Sechs Punkte Vorsprung auf Würzburg, sieben auf Großaspach und Osnabrück. Das müsste für den FC Erzgebirge vier Spieltage vor Schluss doch zu machen sein. Wenn da nicht dieses bittere 0:1 in Wiesbaden und die beiden bevorstehenden Derbys gegen Chemnitz und in Dresden wären. Die MOPO hat sich mit Präsident Helge Leonhardt unterhalten.

MOPO24: Wie erklären Sie sich die Niederlage in Wiesbaden?

Leonhardt: „Das war ein rassiges Kampfspiel. Für Wiesbaden stand sehr viel auf dem Spiel. Und dann kam dieses frühe Gegentor. Das war für den SV ideal, er konnte sich zurückziehen. Unsere Planungen waren komplett über den Haufen geworfen. Sonst hätten wir ihn vielleicht zerlegen können. Aber es kam nicht so. Wir hatten genügend Chancen, um zumindest das 1:1 zu erzielen. Die Möglichkeiten haben wir nicht genutzt und da verlierst du dann.“

„General“ Helge Leonhardt hält auch nach der Niederlage in Wiesbaden an seinem Aufstiegs-Befehl für die Auer „Veilchen“ fest...
„General“ Helge Leonhardt hält auch nach der Niederlage in Wiesbaden an seinem Aufstiegs-Befehl für die Auer „Veilchen“ fest...

MOPO24: Kann die Partie im Aufstiegskampf einen Knacks geben?

Leonhardt: „Es war ja kein Einbruch, wir haben nicht schlecht gespielt. Das hätte 1:1 ausgehen oder wir hätten auch gewinnen können. Es geht nächste Woche weiter. Das Spiel müssen wir sofort abhaken. Wir haben uns diese Saison immer wieder aus dem Sumpf gezogen, müssen uns jetzt neu beweisen. Wir haben eine Schlacht verloren, aber nicht den Krieg. Den müssen und wollen wir gewinnen.“

MOPO24: Sie haben also weiter Vertrauen in die Mannschaft?

Leonhardt: „Absolut, ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. Es war nur dieses abgefälschte Tor und unsere vergebenen Chancen. Wir haben nur ein Spiel verloren und damit muss man in dieser Liga immer rechnen. Von den letzten 22 Begegnungen haben wir nur zwei vergeigt. Das ist eine sehr gute Statistik. Daher ist auch das Vertrauen da.“

Hier fällt das Tor zur bitteren 0:1-Niederlage gegen Wiesbaden.
Hier fällt das Tor zur bitteren 0:1-Niederlage gegen Wiesbaden.

MOPO24: Was aber auch zu sehen war: Die mentale und körperliche Frische der Vorwochen war in dieser Partie nicht von allen durchgehend vorhanden.

Leonhardt: „Wir arbeiten auf Verschleiß. Das muss man auch sehen. Die Saison ist lang, jetzt stehen wir am Ende. Dadurch gehst du physisch und psychisch immer an die Grenze heran. Da hast du auch mal solche Tage. Nächste Woche sieht es wieder anders aus. Da brauchen wir auch keine großen Ansagen. Wir haben uns alle eingeschworen und bereiten uns intensiv auf Chemnitz vor.“

MOPO24: War das 0:1 vielleicht sogar im Bezug aufs Chemnitz-Spiel ein hilfreicher Dämpfer?

Leonhardt: „Das kann ich schlecht sagen. Wir hatten zuvor einen Lauf, haben tolle Spiele gemacht. Ich hätte lieber den Lauf weitergespielt. Jetzt ist der Charakter der Truppe gefragt und auch die Tugenden, die die Mannschaft ja auszeichnet. Die hat sie immer gezeigt, gerade in den Phasen, in denen es nicht so lief. Beispiel ist das 0:3 in Kiel. Sie kam großartig zurück und hat vier Pflichtspiele in Folge zu null gewonnen. Wir haben jetzt noch vier Partien. Wir brauchen und dürfen jetzt nicht auf die Tabelle schauen und rechnen. Es zählt einzig und allein jede einzelne Begegnung. In jeder müssen wir alles raushauen, werden immer voll auf Sieg spielen.“

Cebio Soukou, Pascal Köpke und Simon Handle (v. r. n. l.).
Cebio Soukou, Pascal Köpke und Simon Handle (v. r. n. l.).

Fotos: Picture Point/Sven Sonntag


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