Gechillt zum Aue-Sieg: Hannes Drews gibt der Mannschaft die nötige Ruhe

Flasche leer? Flasche voll! Hannes Drews erlebte in Ingolstadt einen erfolgreichen Einstand als Auer Cheftrainer.
Flasche leer? Flasche voll! Hannes Drews erlebte in Ingolstadt einen erfolgreichen Einstand als Auer Cheftrainer.  © DPA

Aue - Völlig gechillt zum 2:1 bei Bundesliga-Absteiger Ingolstadt - so würde es die junge Generation sagen. Locker und lässig mit beiger Hose und Auer Kapuzenshirt lief Hannes Drews vor der Partie in Ingolstadt über den Rasen - immer mit einer Flasche Wasser in der Hand.

Er sah gar nicht aus wie der neue FCE-Trainer, der kurz vor seinem Debüt in der 2. Liga steht, sondern eher wie der jungenhafte Leader einer Rockband. Einer wie du und ich.

Diese Gelassenheit beeindruckte und übertrug sich. Auch innerhalb der intensiven und hochspannenden 90 Minuten blieb er nach außen hin ruhig. Er und sein 1. Offizier Robin Lenk wechselten sich an der Seitenlinie ab. Da laut DFL immer nur einer an der Linie stehen darf (was für eine komische Regel), brachte Lenk mal seine impulsiven Art, mal Drews seine ruhige ein.

Doch im 35-Jährigen brodelte es dann doch. „Die Anspannung war schon da, das ist doch klar. Aber wenn ich mich unruhig zeige, überträgt sich das vielleicht auch auf die Mannschaft. Ich habe versucht, das zu unterlassen“, schmunzelte Drews und ergänzte: „Aber solch eine Partie ist natürlich etwas ganz anderes als bei einem ,U19‘-Spiel.“

Gerade die letzten 20 Minuten waren im Audi-Sportpark nun gar nichts für schwache Nerven, aber der Coach vermittelte eben diese Bärenruhe.

Hannes Drews (r.) umarmte nach dem Spiel seinen Co-Trainer Robin Lenk.
Hannes Drews (r.) umarmte nach dem Spiel seinen Co-Trainer Robin Lenk.  © Picture Point/Kerstin Kummer

„Ich habe mir erhofft, dass wir noch einen Konter besser fahren, zwei Situationen hatten wir. Wenn wir die besser ausspielen, machen wir eher den Deckel drauf. So habe ich natürlich gehofft, dass wir das genauso gut verteidigen, wie wir es zuvor gemacht haben. Das hat geklappt.“

Drews hat in Ingolstadt aber auch eins gesehen: Er hat eine intakte Mannschaft übergeben bekommen. „Absolut. Das habe ich auch nach dem Abpfiff in der Kabine gesehen. Wie sich der eine für den anderen gefreut hat, wie auf dem Rasen sich einer für den anderen aufgeopfert hat, das war super. Das geht nur in einem homogenen Team.“

Dafür gesorgt hat in den vergangenen Wochen Robin Lenk zusammen mit Fitnesscoach Werner Schoupa und Torwarttrainer Max Urwantschky. Deshalb wusste er auch, wo er sich für seinen Traumeinstand bedanken musste: „Ich stelle mich jetzt nicht hin und sage, ich habe das Spiel gewonnen. Wir zusammen haben das gemeinsam als Mannschaft und als Trainer gewonnen. Natürlich hat das vorherige Trainerteam einen großen Anteil daran.“

Und diese Worte kamen wenig hektisch herüber, sondern, na klar, ganz gechillt.


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