Werner blieb bei RB Leipzigs 0:2 blass: "Timo muss sein Ego hinten anstellen!"

Feiern nach einer Niederlage: Ungewohnte Erfahrung für RB Leipzig.
Feiern nach einer Niederlage: Ungewohnte Erfahrung für RB Leipzig.  © DPA

Leipzig - Ei, ei, ei... Man braucht eben auch mal Glück. Jede Menge in dem Fall. RB Leipzig kann froh sein, dass er in der Auslosung am Freitag im Lostopf ist. Das 0:2 gegen den SSC Neapel konnten sich die Sachsen nur erlauben, da sie das Hinspiel in Italien 3:1 gewonnen hatten - Auswärtstorregel sei dank. Die Neapolitaner hatten die Aufgabe deutlich ernster genommen als noch vor einer Woche. Reichen sollte es am Ende aber nicht fürs Achtelfinale.

"Ich habe nicht zu viel versprochen, dass uns ein heißer Tanz bevorsteht", sagte ein erleichterter Leipziger Trainer nach dem Spiel. "Mental war es nicht einfach und schwer, in der Kabine die richtigen Worte zu finden", so Ralph Hasenhüttl.

Die Roten Bullen konnten über die gesamten 90 Minuten nicht das zeigen, was sie sonst auszeichnet. Schneller, druckvoller Powerfußball, aggressives Pressing, schöne Kombinationen - all das war gegen Napoli kaum möglich.

"Wir hatten nur eine Phase, in der wir ein bisschen mitgespielt haben und Mut hatten", sagte Hasenhüttl. Im Spielaufbau sei man "nicht cool" gewesen, der SSC habe RB mit seiner Qualität am Ball vor große Probleme gestellt. Das konnte auch die 36.163 Zuschauer auf den Rängen mitverfolgen und zitterten bis zum Abpfiff mit.

Schwaches Spiel von Timo Werner: "Er muss für die Mannschaft arbeiten!"

Stürmer Timo Werner fand am Donnerstag nicht ins Spiel, verbuchte nur einen Torschuss und musste selbst viele Zweikämpfe führen.
Stürmer Timo Werner fand am Donnerstag nicht ins Spiel, verbuchte nur einen Torschuss und musste selbst viele Zweikämpfe führen.  © Picture Point/S. Sonntag

Ein großer Hoffnungsträger am Donnerstag war eigentlich Angreifer Timo Werner. Im Hinspiel konnte er noch einen Doppelpack schnüren, zu Hause ging für den 21-Jährigen gar nichts zusammen. Er bekam aus dem Mittelfeld wenig Bälle, musste selbst viele Zweikämpfe führen, von denen er gerade einmal ein Viertel gewann.

Zudem verbuchte der Nationalstürmer bis zu seiner Auswechslung in der 85. Minute einen einzigen Torschuss. Mehr war einfach nicht drin. Beim Gang vom Feld wirkte er enttäuscht, fast schon frustriert. "Timo muss sein Ego hinten anstellen und für die Mannschaft arbeiten", fand sein Coach deutliche Worte.

Man mag nicht daran denken, was vielleicht passiert wäre, wenn das Spiel noch fünf Minuten länger gegangen wäre. Aber trotz der Pleite zieht Hasenhüttl auch positive Schlüsse aus dem Europapokalspiel: "Diese junge Mannschaft braucht solche Spiele und Gegner einfach!" Für die beiden blutjungen Innenverteidiger Dayot Upamecano (19) und Ibrahima Konaté (sogar erst 18) war er obendrein voll des Lobes.

Die zweite Niederlage in Folge in Liga und Europa League muss schon am Freitag abgehakt sein. 11 Uhr beginnt am Cottaweg die Vorbereitung auf das Bundesligaspiel gegen Schlusslicht Köln (Sonntag, 18 Uhr). Dann wird wohl auch Emil Forsberg erstmals nach seiner Verletzung wieder in der Startelf stehen. "Ich bin bereit und fühle mich fit", sagte der Schwede, der gegen Neapel 20 Minuten spielte.

Nach der Trainingseinheit wird das Team gemeinsam die Auslosung des Europa-League-Achtelfinals verfolgen. Einen Wunschgegner hat RB nicht. Nur so viel: "Es sollte nicht zu kalt sein", schmunzelte Timo Werner, der am Donnerstag etwas erkältet die Red Bull Arena verlassen hatte.

Trainer Ralph Hasenhüttl tadelte seinen Topstürmer nach der 0:2-Niederlage: "Timo muss sein Ego hinten anstellen und für die Mannschaft arbeiten!"
Trainer Ralph Hasenhüttl tadelte seinen Topstürmer nach der 0:2-Niederlage: "Timo muss sein Ego hinten anstellen und für die Mannschaft arbeiten!"  © Picture Point/S. Sonntag

WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0