Breitkreuz-Duell: Steve will Patrick nicht vorbeilassen

Steve Breitkreuz nach seinem Siegtor beim VfB Stuttgart II. Für ihn läuft es super. Er spielte alle Begegnungen durch und das meist extrem stark.
Steve Breitkreuz nach seinem Siegtor beim VfB Stuttgart II. Für ihn läuft es super. Er spielte alle Begegnungen durch und das meist extrem stark.

Von Thomas Nahrendorf

Aue - Das Wort „gegen“ gibt es bei Zwillingen eigentlich nicht. Die machen für gewöhnlich alles zusammen. Am Freitag ist das aber nicht möglich, wenn Aues Abwehr-Ass Steve Breitkreuz (23) im direkten Duell gegen seinen Bruder Patrick (23) ran muss, der für Cottbus stürmt.

Ein Bruder-Duell, das es in den deutschen Profiligen nur noch einmal gibt. Nämlich dann, wenn Lars und Sven Bender mit Leverkusen und Dortmund gegeneinander antreten.

Salomonisch sehen die Breitkreuz-Eltern diese Partie zwischen Aue und Cottbus. „Die müssen ja neutral bleiben“, lacht Steve. „Daher wünschen sie sich ein Unentschieden.“

Überhaupt zum ersten Mal gibt es dieses Breitkreuz-Duell. „Wir haben früher alles zusammen gemacht. Selbe Klasse, selber Verein, selbe Freunde, die selben Streiche“, grinst der eine Minute eher geborene Steve.

Patrick Breitkreuz traf bisher dreimal für Energie. Doch für ihn und sein Team läuft es derzeit nicht rund. Cottbus gewann die ersten beiden Partien der Saison, ist aber nun seit sechs Spielen ohne Dreier.
Patrick Breitkreuz traf bisher dreimal für Energie. Doch für ihn und sein Team läuft es derzeit nicht rund. Cottbus gewann die ersten beiden Partien der Saison, ist aber nun seit sechs Spielen ohne Dreier.

"Wir haben unsere Lehrer schon oft veräppelt, wenn wir unsere Rollen getauscht haben. Heute geht das nicht mehr. Wer uns kennt, kann uns schon auseinander halten.“

Vor drei Jahren trennten sich die Wege. Der „große“ Bruder blieb bei der Hertha in Berlin, während Patrick nach Kiel zog. Er wechselte im Sommer in die Lausitz, Steve wagte den Schritt von der Hauptstadt ins Erzgebirge.

„Egal, ob Patrick nun stürmt oder über außen kommt wie in den letzten beiden Spielen, wir werden nicht aneinander vorbeikommen“, sagt Steve. „Ich kann es mir als Verteidiger nicht aussuchen, ob er auf mich zukommt, er schon. Ich weiß nicht, ob er sich nicht lieber andere Wegen suchen sollte, als über mich zu gehen“, sagt Steve selbstbewusst. Und das kommt nicht von ungefähr. Schließlich kennt er ihn besser als jeden anderen Menschen auf der Welt.

Steve weiß, wie Patrick tickt. „Da ist es als Angreifer schon schwer, unberechenbar zu sein für den Verteidiger. Er weiß, dass ich ihn kenne, was er macht, was er denkt. Das ist mein Vorteil“, lacht er.

Fotos: imago/Eisenhuth, Picture Point/Sonntag


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