Erst gewackelt, dann aufgerappelt: Aue nimmt Pokal-Hürde Nordhausen

Nordhausen - Der FC Erzgebirge zieht nach einer deutlichen Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit in die zweite DFB-Pokal-Runde ein. Bei Regionalligist Wacker Nordhausen gewannen die Auer vor 4347 Zuschauern nach Rückstand noch 4:1 (1:1).

Jan Hochscheidt ist da, wenn man ihn braucht, und trifft per Kopf zur Auer Führung.
Jan Hochscheidt ist da, wenn man ihn braucht, und trifft per Kopf zur Auer Führung.  © Picture Point / Sven Sonntag

In Nordhausen war schon vor Anpfiff richtig Feuer unterm Dach, weil im Auer Block kräftig gezündelt wurde.

Auf dem Platz brannte zunächst nur Wacker ein Feuerwerk ab. Christoph Göbel flankte scharf vor den Auer Kasten. Torhüter Martin Männel konnte nur abprallen lassen, sodass Carsten Kammlott seine Chance witterte. Doch den Ball konnte er nicht mehr erreichen.

Die Nordhäuser blieben am Drücker und kauften Aue den Schneid mit frühem Pressing ab. Mit der harten Gegenwehr kam die Meyer-Elf überhaupt nicht klar und guckte nach 22 Minuten ganz blöd aus der Wäsche.

Nach Ballverlust im Mittelfeld zog Kammlott den Sprint an, legte diagonal zu Joy Lance Mickels, der halblinks kurz vor der Strafraumkante ganz genau Maß nahm. Der Schuss schlug platziert im rechten Eck ein.

FCE-Coach Daniel Meyer konnte das ganze Auftreten überhaupt nicht gefallen.

Nach der Pause kommt Aue in Torlaune

"Veilchen": Torschützen unter sich: Pascal Testroet und Tom Baumgart.
"Veilchen": Torschützen unter sich: Pascal Testroet und Tom Baumgart.  © Picture Point / Sven Sonntag

Die Konsequenz: Abwehrchef Sören Gonther musste reichlich eine Viertelstunde vor der Pause runter.

Für ihn kam Fabian Kalig und Aue wechselte von Dreier- auf Viererkette. Aber es blieb vorerst ein pomadiger Auftritt. Es fehlte an Tempo und klarem Zug zum Tor. Ehe Aue aus dem Quark kam, vergingen geschlagene 38 Minuten.

Clemens Fandrich nahm dann den Ball im Mittelfeld schön runter, steckte zu Pascal Testroet. "Paco" spielte tief auf Tom Baumgart (38.).

Der Rechtsaußen ließ seinen Bewacher mit starkem Antritt stehen und schoss humorlos ein. Danach musste Aue tief durchatmen, als Kammlott eine scharfe Eingabe um Millimeter verfehlte (43.). Auf der Gegenseite hatte Testroet aus Nahdistanz die Führung auf dem Fuß (45.+1).

Die zweite Halbzeit startete, kurzzeitig wie die erste. Nordhausen drückte auf die Tube. Sebastian Heidinger überraschte Männel mit einem fulminanten Geschoss aus über 25 Metern.

Der Ball strich knapp über das rechte Dreiangel. Doch dann nahm Aue Fahrt auf. Dimitrij Nazarov öffnete die linke Nordhäuser Abwehrseite mit einem weiten Querpass auf Fandrich. Der stiefelte los, nahm den Kopf hoch und erspähte Jan Hochscheidt auf dem Weg zum Elferpunkt. Die Flanke kam punktgenau und Hochscheidt (57.) köpfte herrlich ein. Testroet verpasste es danach sofort nachzuwaschen (62.).

Gut für Aue: Wacker-Kapitän und Ex-Chemnitzer Tobias Becker schwächte seine Elf mit einem Foul im Mittelkreis, für das er Gelb-Rot sah (74.). Testroet (80./84.) nutzte den sich nun ergebenden Freiraum gnadenlos aus. Die über 1000 mitgereisten FCE-Fans waren aus dem Häuschen und stimmten das Steigerlied an.

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