Neuer Trainer überzeugt: "Aue hat bessere Bedingungen als Köln"

Aue - Es war ein Satz zum Schmunzeln, aber doch so bezeichnend: "Daniel Meyer hat langfristig bis 2020 in Aue unterschrieben", sagte FCE-Präsident Helge Leonhardt bei der Präsentation des neuen Trainers. Langfristig zwei Jahre, wohlwissend, dass die letzten Übungsleiter kein zu hohes Haltbarkeitsdatum hatten. Den Neuen kümmert nicht, was vorher war. Jetzt ist sein Zeitalter angebrochen. TAG24 hat sich mit dem 38-Jährigen unterhalten.

Martin Männel: Auer Torhüter und von der Frisur dem neuen "Veilchen"-Coach ähnlich.
Martin Männel: Auer Torhüter und von der Frisur dem neuen "Veilchen"-Coach ähnlich.  © Picture Point / Kerstin Dölitzsch

TAG24: Willkommen im Schacht, Herr Meyer. Vom Nachwuchsleiter in Köln zum Cheftrainer in Aue. Sie stehen jetzt mit FC-Coach Markus Anfang auf einer Stufe. Haben Sie sich schon mal gezwickt?

Meyer: "Das ist in der Tat noch bisschen unglaublich. Das muss ich erst einmal sacken lassen und reflektieren. So richtig ist es noch nicht angekommen. Aber ich freue mich auf die Aufgabe und auch auf die Kölner. Ich habe es im Gefühl, dass wir gleich am 1. Spieltag zum FC müssen. Das wäre eine Geschichte."

TAG24: Waren Sie über den Anruf aus Aue überrascht?

Meyer: „Im ersten Moment war ich natürlich überrascht. Allerdings auch nicht so sehr, denn das Profil, das Aue in der Vergangenheit suchte, passte. Dementsprechend ist der Weg zu mir nicht so unvorstellbar gewesen. Wir haben uns dann getroffen und gleich eine gewisse Sympathie entwickelt. Das Bauchgefühl war sofort da.“

TAG24: Sie haben bisher Abseits des großen Rummels gearbeitet. Was wird sich für Sie ändern?

Meyer: „Ich wollte diesen Schritt immer gehen und bin mir bewusst, dass man dabei gewissen Mechanismen ausgesetzt ist. Die Art, wie ich spielen lassen will, wird sich nicht groß ändern. Dass ich medial jetzt mehr im Fokus stehe, wird für den Moment neu sein. Aber das bekomme ich hin. “,

Er ähnelt vom Aussehen her total seinem Kapitän Martin Männel. Wenn er nur annähernd so lange bleibt wie sein Keeper, dann wäre das schon Erfolg für alle Seiten.
Er ähnelt vom Aussehen her total seinem Kapitän Martin Männel. Wenn er nur annähernd so lange bleibt wie sein Keeper, dann wäre das schon Erfolg für alle Seiten.  © Imago

TAG24: Sie sind jetzt wenige Stunden in Aue. Wie war Ihr erster Eindruck?

Meyer: "Absolut positiv. Erst einmal habe ich schon viele freundliche Leute getroffen. Als ich durch das Stadion geführt wurde, war ich schon beeindruckt. Das ist besser als in Köln. Das Stadion dort ist natürlich nochmal eine andere Dimension, aber die Infrastruktur in Aue ist super. Das Trainingszentrum am Geißbockheim ist schon ein bisschen in die Jahre gekommen, das ist alles spartanischer. Aue hat bessere Bedingungen."

TAG24: Sie sind studierter Jurist. Wie passt das mit dem Profifußball zusammen?

Meyer: "Ungewöhnlich, stimmt! Ich bin da vorbelastet. Mein Vater hat eine Anwaltskanzlei. Ich hatte nie gedacht, dass ich mal vom Trainersein leben kann, also habe ich Jura studiert. Fußball war immer meine Leidenschaft, war häufiger auf dem Platz als im Hörsaal. Aber irgendwann war ich fertig. Genau in dem Moment, als ich in Cottbus die Chance bekam, hauptberuflich als Trainer im Nachwuchs einzusteigen. Die Kombination hat mir in den letzten Jahren, als ich Trainer und Sportlicher Leiter war, geholfen. Da konnte ich mit Beratern bei Vertragsgestaltungen auf Augenhöhe diskutieren. Das Studium macht mich insofern frei, dass ich weiß, wenn der Stuhl mal kippt, dann werde ich mit meiner Familie nicht verhungern. Ich kann sie trotzdem ernähren.“

TAG24: Verlegen Sie Ihren Lebensmittelpunkt nach Aue?

Meyer: "Nein, ich lebe mit meiner Lebensgefährtin und unseren beiden Töchtern in Strausberg. Da bleibt unser Mittelpunkt. Der Weg nach Aue ist kurz - anders als über die A2 nach Köln."


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