"Körperlich und mental absolut brutal": Endlich Urlaub für Aues Nazarov

Aue / Baku - Während seine Kollegen schon die Hälfte des Urlaubs hinter sich haben, tritt Aues Dimitrij Nazarov immer noch gegen den Ball. Der 27-Jährige ist mit der Nationalmannschaft Aserbaidschans unterwegs.

Die Relegation gegen den Karlsruher SC war für den FC Erzgebirge kraftraubend - auch für Dimitrij Nazarov.
Die Relegation gegen den Karlsruher SC war für den FC Erzgebirge kraftraubend - auch für Dimitrij Nazarov.  © Frank Kruczynski

Am Dienstag verlor "Dima" mit seinem Team glatt mit 0:3 in Kasachstan. Er selbst stand in der Startformation, durfte aber schon zur Pause duschen gehen. Nach dem Test am Samstag in Riga gegen Lettland (3:1) konnte auch er endlich in die wohlverdienten Ferien verschwinden.

Gut möglich, dass er von seinem neuen Coach drei, vier zusätzliche Tage bekommt und erst weit nach dem offiziellen Trainingsstart am 25. Juni zur Mannschaft stößt.

Erholung wird Nazarov brauchen. "Denn die Saison war nicht nur körperlich, sondern vor allem mental absolut brutal. Es war noch aufreibender als im Jahr zuvor", sagte er nach dem geschafften Klassenerhalt.

Da stand er eine Stunde nach Abpfiff der entscheidenden Relegations-Partie gegen den Karlsruher SC mit einer Flasche Bier in der Hand und war selig. "Es ist nochmal gut gegangen, weil die Truppe einen absoluten Charakter hat. Das musst du erst einmal schaffen, wenn keiner mehr an dich glaubt, deine besten Leistungen abzurufen. Das geht nur mit einer intakten Mannschaft", strahlte er.

Viel Laufarbeit auf Kosten der Torgefahr! Hier vergibt Dimitrij Nazarov (M.) Union Berlins Keeper Daniel Mesenhöler eine Riesenmöglichkeit.
Viel Laufarbeit auf Kosten der Torgefahr! Hier vergibt Dimitrij Nazarov (M.) Union Berlins Keeper Daniel Mesenhöler eine Riesenmöglichkeit.  © Picture Point / Sven Sonntag

Wenn er aus dem Urlaub zurück ist, geht es für Nazarov in seine dritte Saison für den FC Erzgebirge. Nach einem holprigen Start in der Hinrunde 2016/17 wurde er Stammspieler.

Glänzte er in der Rückrunde mit neun Toren und sieben Assists, so war es in dieser Saison eher die unermüdliche Laufbereitschaft fürs Team, die auffiel.

"Bei der mir aber etwas die Torgefahr abging. Mir fehlte oftmals die Konzentration nach den langen Wegen nach hinten und wieder vor", gab Nazarov zu.

Lediglich drei Tore gelangen ihm, zwei davon früh in der Saison. Er schoss am 3. Spieltag das 1:0 beim 1:1 in Braunschweig und eine Partie später das 2:0 beim 3:1 über Nürnberg. Erst ganz zum Schluss, im vorletzten Heimspiel, traf er wieder - zum 1:2 gegen Duisburg, Endstand 1:3. Der Treffer stand zur Auswahl zum "Tor des Monats" April in der Sportschau.

"Es muss nicht immer so ein Tor sein, paar mehr wären mir lieber", grinste Nazarov.


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