Zu viel Theater! Aues Nazarov spaltet die Fans

Aue - Reden wollte Dimitrij Nazarov nach dem Abpfiff der Parte in Ingolstadt nicht. Er verschwand wortlos in der Kabine. Irgendwo ist er das Sinnbild der Auer Krise.

Aue-Coach Daniel Meyer.
Aue-Coach Daniel Meyer.  © DPA

Es läuft nicht beim 27-Jährigen - trotz seines Kunstschusses zum 2:3. Jetzt hat er bei seinem Nationalteam in Aserbaidschan erst einmal Zeit zum Luftholen.

Nazarov in Ingolstadt - das war Frust pur. "Dima" kam erst elf Minuten vor Schluss von der Bank, zimmerte den Ball aus gut und gerne 25 Metern in den Winkel. Seine Geste danach zeigte viel.

Er drehte sich zum Trainerteam, reckte mit verzerrtem Gesicht die Faust. Boschaft: "Seht her, ich kann es!" oder

"Warum bringt ihr mich nicht von Beginn an?" Seine Mimik ließ Raum für Spekulationen. FCE-Trainer Daniel Meyer darauf angesprochen, ob es die pure Wut bei Nazarov war, sagte nur: "Wenn es hilft."

Der Junge spaltet das Auer Fan-Lager, polarisiert. Nazarov kann am Ball Dinge, von denen andere nicht mal träumen.

Aber mit seiner Theatralik zieht er auch oft den Zorn auf sich. Unvergessen die Szene im Pokal gegen Mainz, als er sich nach einem vermeintlichen Foul am Boden wälzte, Nicolai Rapp ihn wieder auf die Beine stellte und Richtung Mittellinie schubste. Nazarov versteift sich zu oft auf Theater und musste so zuletzt auf die Bank.

Wenn er diese Einlagen lässt und sich aufs Wesentliche konzentriert, reichen irgendwann seine technisch perfekte Schüsse nicht nur zum Anschluss, sondern zum Sieg.

Enttäuschung nach der Pleite in Ingolstadt bei Dimitrij Nazarov (r.) und Dennis Kempe.
Enttäuschung nach der Pleite in Ingolstadt bei Dimitrij Nazarov (r.) und Dennis Kempe.  © Picture Point / Sven Sonntag

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