Laufen dem FC Erzgebirge Aue die Fans davon?

Aue - Rennen dem FC Erzgebirge die Fans weg? 7680 Zuschauer gegen Sandhausen, 7500 Kiel. Macht insgesamt 15180. Selbst wenn die letzten beiden Heimspiele zusammen- und als eins gerechnet werden würden, ergebe sich nicht der Status "ausverkauft".

Man achte nicht unbedingt auf Pascal Testroet, sondern auf die leeren Ränge dahinter. Die Gegentribüne bot nicht nur gegen Kiel reichlich freie Plätze.
Man achte nicht unbedingt auf Pascal Testroet, sondern auf die leeren Ränge dahinter. Die Gegentribüne bot nicht nur gegen Kiel reichlich freie Plätze.  © Imago

Ins neue Erzgebirgsstadion passen etwas mehr als 16.000 Leute. FCE-Geschäftsführer Michael Voigt sieht dennoch keinen Anlass zu Sorge, er ist zufrieden.

Aue ist einmalig in Europa in den ersten beiden Ligen im Profi-Fußball. Es ist die einzige Stadt des Kontinents, in der die Einwohnerzahl komplett ins Stadion passt.

Allerdings kommen die Fans nicht nur aus der Stadt, sondern aus der ganzen Region Erzgebirge, aus dem Vogtland, dem Zwickauer und Chemnitzer Land.

Sind da 7500 Zuschauer nicht zu wenig? "Naja," sagt Geschäftsführer Michael Voigt. "Es hängt immer an drei Faktoren: Leistung, Gegner, Termin.

Da hatten wir auch Pech bisher", so der 46-Jährige. "Gegen Magdeburg waren noch Ferien, im Pokal gegen Mainz war Schulanfang, Sandhausen war an einem Mittwoch und jetzt war Beginn der Herbstferien.

Klar, es hätten mehr sein können, aber wir sind mit dem Schnitt bisher zufrieden." Der liegt nach vier Punktspielen bei 10.200 Fans.

Die Auer Fan-Tribüne ist immer richtig voll. Dort wird die Stimmung gemacht. Nach dem Sieg am Sonnabend gegen Kiel war es so laut wie selten zuvor.
Die Auer Fan-Tribüne ist immer richtig voll. Dort wird die Stimmung gemacht. Nach dem Sieg am Sonnabend gegen Kiel war es so laut wie selten zuvor.  © Picture Point / Roger Petzsche

Trotzdem könnten es mehr sein. Für Voigt waren auch die schwachen Auftritte gegen Sandhausen und in Paderborn ein Grund, weshalb gegen Kiel nur 7500 da waren.

Außerdem waren mit Sandhausen und den Holsteinern zwei Gegner in Aue, die wenig Anhänger mitbrachten. Der SVS kam auf 17 (!), Kiel auf 175. "Die guten Gegner kommen noch. Gegen den Hamburger SV würden wir die Hütte dreimal vollkriegen", erklärt Voigt.

Viele Aue-Fans beklagen sich aber auch über die hohen Eintrittspreise. Voigt weiß: "Wir stehen am unteren Limit."

Liegen die Stehplätze irgendwo bei jedem Verein auf einer Ebene, sitzt keiner so günstig wie in Aue. 13,50 Euro (Tagesticket) zahlen die Fans für einen Stehplatz.

Das ist zum Beispiel auch in Dresden so. Die Sitzplätze (Tagesticket) liegen in Aue zwischen 18,50 und 28,50 Euro. In Dresden müssen die Fans zwischen 19 und 37 Euro berappen.

Die Preise in Aue sind seit Jahren annähernd gleich geblieben. "Wir haben vor der Saison die Preise um 50 Cent angehoben. Wir bereichern uns damit aber nicht. Wir bieten den Fans kostenlose Parkplätze in der Stadt und einen kostenlosen Shuttle-Service. Die Busse bezahlt der Verein", so Voigt.


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0