Einer aus dem Schacht: So tickt Aues Teamchef Lenk

Robin Lenk (l.) und die Mannschaft - das passt offenbar. Nach dem Sieg gegen Nürnberg bedankte sich der Interimstrainer bei seinen Spielern.
Robin Lenk (l.) und die Mannschaft - das passt offenbar. Nach dem Sieg gegen Nürnberg bedankte sich der Interimstrainer bei seinen Spielern.  © picture point/Sven Sonntag

Aue - Die Macht aus dem Schacht“ stand auf dem T-Shirt, das Robin Lenk beim 3:1 gegen Nürnberg trug. Ein Shirt aus dem Fanshop. Es sollte die Einigkeit mit dem Klub, mit den Fans demonstieren. "Das ist einfach mein Verein", sagte der 33-Jährige. Ab sofort ist er neuer Teamchef.

Es war sein erstes Spiel im eigenen Stadion. Zuvor war er zweimal auswärts in verantwortlicher Funktion - beim 2:2 im März in Bielefeld und beim 1:1 in Braunschweig vor einer Woche. "Klar ist das nochmal etwas anderes, das Stadion ist voll. Da kribbelt es etwas mehr", schmunzelte Lenk.

"Geschlafen habe ich bis halb sechs. Das lag aber an meiner Tochter, sie war einfach nur wach", funkelten die Augen. "Ansonsten war die Anspannung schon da, aber im Rahmen."

Seinem ersten Spiel im eigenen Stadion werden weitere Folgen. Lenk hat überzeugt, hat den Nerv der Spieler getroffen. Dem Verein wird er künftig als Teamchef sportlich vorstehen. Er, der einst Spieler beim FC Erzgebirge war, „U 23“-Trainer, Scout, die letzten drei Jahre Co-Trainer. Er soll jetzt das Schiff ins ruhige Wasser führen. Selbst wollte Lenk nicht über den neuen Posten sprechen.

Das überließ er Präsident Helge Leonhardt. "Mit mir hat noch keiner gesprochen. Wir werden eine ruhige Minute finden, jetzt aus der Emotion heraus möchte ich das nicht kommentieren", grinste er wohlwissend, dass Leonhardt sein Okay schon gegeben hatte. Nur der Cheftrainer wird noch gesucht, Leonhardt bevorzugt eine interne Variante - entweder wird Nachwuchsleiter Carsten Müller oder "U 17"-Coach Rastislav Hodul das Amt übernehmen und zusammen mit Lenk das Team leiten.

„Die Macht aus dem Schacht“ stand auf dem T-Shirt von Robin Lenk. Ab sofort soll er diese Macht als Teamchef in Punkte und Erfolg ummünzen.
„Die Macht aus dem Schacht“ stand auf dem T-Shirt von Robin Lenk. Ab sofort soll er diese Macht als Teamchef in Punkte und Erfolg ummünzen.  © picture point/Sven Sonntag

Dieser hatte zusammen mit der Mannschaft und dem ersten Dreier der Saison selbst die beste Eigenwerbung gemacht.

Innerhalb von zehn Tagen hat er die Toten zu den Lebenden zurückgeholt - natürlich im überspitzten Sinne. Lenk hat dem Team neues Leben eingehaucht. Es ist ein neues Wir-Gefühl entstanden.

"Das ist aber nicht in den letzten zehn Tagen passiert", so der Teamchef. "Das ist das Ergebnis der letzten drei Jahre. Wir arbeiten in der Grundkonstellation mit 80 Prozent der Spieler seither zusammen und das erfolgreich.“

Gemeint ist damit der sofortige Aufstieg in die 2. Liga 2016 und der geschaffte Klassenerhalt im Frühjahr. "Natürlich herrscht zwischen uns, zwischen mir, Werner Schoupa, Max Urwantschky und der Mannschaft ein gewisses Grundvertrauen - und das ist auch notwendig, um erfolgreich zu sein."

Lenk weiß aber, dass Nürnberg nur der Anfang gewesen sein kann. Es warten harte Wochen und Monate auf dem erneuten Weg zum Klassenerhalt. Das Vertrauen genießt Lenk bei den Verantwortlichen und bei den Fans. Er ist einer aus dem Schacht!


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