Ecken und Freistöße - null Torgefahr bei Standards

Szene nach einer der sieben Auer Ecken im Spiel gegen den SV Wehen-Wiesbaden: Adam Susac (M. li.) und Max Wegner kommen nicht richtig hinter den Ball, die Wiesbadener Abwehr kann problemlos klären.
Szene nach einer der sieben Auer Ecken im Spiel gegen den SV Wehen-Wiesbaden: Adam Susac (M. li.) und Max Wegner kommen nicht richtig hinter den Ball, die Wiesbadener Abwehr kann problemlos klären.

Von Thomas Nahrendorf

Aue - Zwei der bisher neun erzielten Tore des FC Erzgebirge fielen nach Ecken. Steve Breitkreuz traf beim VfB Stuttgart II. per Kopf zum 2:1-Sieg, Max Wegner köpfte in Mainz das zwischenzeitliche 1:0 (Endstand 1:1). Trotzdem: Aue gelingt viel zu wenig in diesen (Standard-)Situationen!

Die Schwäche ist nicht neu. Im Vorjahr machte der FCE aus 151 Ecken ein Tor. Am letzten Spieltag beim 2:2 in Heidenheim - erzielt von Keeper Martin Männel.

In Zeiten der spielerischen Ausgeglichenheit werden Standards aber immer wichtiger, entscheiden Ecken oder Freistöße oft über Wohl und Weh. Zwar lässt Aue in der Abwehr gegen sich nur wenig zu, aber bei eigenen ruhenden Bällen ist der FCE zu wenig effizient.

Aues Trainer Pavel Dotchev weiß, dass die Ecken derzeit wenig Gefahr versprühen. Im Training will er daran mit seinen Jungs feilen.
Aues Trainer Pavel Dotchev weiß, dass die Ecken derzeit wenig Gefahr versprühen. Im Training will er daran mit seinen Jungs feilen.

In Bremen, im Pokal gegen Frankfurt und jetzt gegen Wiesbaden hatten die „Veilchen“ insgesamt 21 Eckbälle, gefährlich wurde es kaum. Heißt: Aue hat zwar zahlreiche Offensiv-Aktionen, nur was dabei herauskommt, ist unterm Strich harmlos.

Das hat auch Trainer Pavel Dotchev längst erkannt. „Die Standards sind nicht unsere Spezialität. Das ist aber auch eine Qualitätssache“, lässt er aufhorchen. „Wir hatten in der ersten Hälfte eine Situation aus guter Entfernung mit einem Freistoß. Ideal für einen Linksfuß, doch dann schießt ein Rechtsfuß. Das ist für mich unpassend.“ Dotchev gibt aber auch zu, dass es gegen Wiesbaden schwer war: „Die hatten viele große Leute hinten drin.“

Trainiert werden die Standardsituation regelmäßig, auch in verschiedenen Variationen.

„Wir üben direkte und indirekte. Gegen den SV haben wir einige indirekte probiert, doch die haben nicht viel gebracht.“ Dotchev hofft, dass der ruhende Ball irgendwann eine Stärke seiner Mannschaft wird: „Es ist ein Prozess, wir müssen Geduld haben“.

Fotos: Frank Kruczynski, Igor Pastierovic


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