Aue: Nach Siegtor wusste Kvesic nicht, wohin mit seinen Emotionen

Aue - Er lief an, verzögerte kurz, jagte den Ball mit rechts ins linke Eck und wusste dann gar nicht wohin mit seinen Emotionen.

Nach dem Anpfiff sank Mario Kvesic auf die Knie und nahm die Hände vor Gesicht. Der Siegtreffer war für ihn Erleichterung pur.
Nach dem Anpfiff sank Mario Kvesic auf die Knie und nahm die Hände vor Gesicht. Der Siegtreffer war für ihn Erleichterung pur.  © Picture Point/S. Sonntag

Aues Mario Kvesic traf vom Elfmeterpunkt zum so wichtigen 2:1-Sieg gegen St. Pauli. Nach dem Tor lief er erst zwei Schritte nach rechts, dann nach links. Gejubelt hat er für jenen kurzen Augenblick nicht.

Wie sehr er aber angespannt war, zeigte Kvesic nach dem Abpfiff. Er sank auf die Knie, nahm beide Hände vors Gesicht, alles musste raus - sicher auch ein paar Freudentränen.

Es war die pure Erleichterung für den Publikumsliebling, der schwere Woche hinter sich hat. "Ich habe mich riesig gefreut, aber eher innerlich", gab der 26-Jährige zu. "Ich war glücklich, als der Ball drin war", strahlte er nach der Partie.

Es war schon eine gigantische Bürde, die sich Kvesic da auf den Rücken schnallte. Zuletzt hat er selten gespielt. Auf der Sechserposition war sein risikovolles Spiel Trainer Hannes Drews zu riskant. Vor den Spitzen zeigte Dimitrij Nazarov zuletzt starke Leistungen.

Also blieb nur die Bank, was den kleiner Zauberzwerg freilich störte. Aufgemuckt hat er nicht und nun gezeigt, wie wertvoll er ist. Fünf Minuten nach seiner Einwechslung in der 76. Minute steckte er einen Ball herrlich auf Pascal Köpke durch, der wurde im Strafraum gefoult.

Wie selbstverständlich schnappte sich Kvesic den Ball, musste eine für ihn gefühlte Stunde auf die Ausführung warten, da Köpke behandelt wurde: "Ich war mir zu 100 Prozent sicher, dass ich ihn reinmache. Daher habe ich gar nicht groß überlegt", sagte er.

Wie die Mannschaftskollegen nach dem Treffer auf ihn eingestürmt sind, zeigt, wie beliebt der Kroate im Team ist. Jeder gönnte es ihm von Herzen, vor allem Coach Drews: „Er hat die vergangenen Wochen nicht viel gespielt und dann die Courage das Ding kurz nach seiner Einwechslung einfach reinzuhauen. Ihm gebührt ein Riesenkompliment.“

Kvesic freuten die Worte des Trainer und jetzt hofft er, "dass ich doch wieder etwas öfters spielen darf".

Mit rechts ins linke Eck: Mario Kvesic verwandelte den Elfmeter zum 2:1 gegen St. Pauli eiskalt.
Mit rechts ins linke Eck: Mario Kvesic verwandelte den Elfmeter zum 2:1 gegen St. Pauli eiskalt.  © Frank Kruczynski

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