FIFA-Skandal? Platini gesteht Manipulation bei WM-Spielplan

Zürich - Es gibt mal wieder dubiose Neuigkeiten zur FIFA! Diesmal hat Michel Platini in einem Interview mit dem französischen Radiosender France Bleu Sport zugegeben, am Spielplan der Weltmeisterschaft 1998 getrickst zu haben.

Frankreichs Weltstar Zinedine Zidane (r.) im WM-Finale 1998 gegen Brasiliens Cafu (l.) und Leonardo (m.). Frankreich gewann 3:0, auch dank eines Doppelpacks des überragenden Zidane.
Frankreichs Weltstar Zinedine Zidane (r.) im WM-Finale 1998 gegen Brasiliens Cafu (l.) und Leonardo (m.). Frankreich gewann 3:0, auch dank eines Doppelpacks des überragenden Zidane.  © DPA

Der frühere französische Fußballstar war damals Vizepräsident des WM-Organisationskomitees.

"Als wir den Spielplan erstellten, tricksten wir ein wenig", verriet der Europameister von 1984.

Platini gewährte tiefe Einblicke in die scheinbar alltäglichen Tricksereien hinter den Kulissen.

Angeblich wurde durch gezielte Zulosungen in bestimmte Gruppen dafür gesorgt, dass Gastgeber Frankreich erst im Finale auf den damaligen WM-Favoriten Brasilien treffen konnte, wenn beide ihre Vorrunden-Gruppen gewinnen würden. Das trat genauso ein.

"Wir organisierten sechs Jahre lang die Weltmeisterschaft nicht, ohne ein paar Tricks anzuwenden. Denkt ihr, andere WM-Ausrichter haben das nicht so gemacht?", klagte Platini an.

Die Brasilianer um den damaligen Weltfußballer Ronaldo, Spielgestalter Rivaldo und "Mister Oberschenkel" Roberto Carlos hatten im Vorjahr sowohl die Copa America, als auch den Confederations Cup gewonnen.

Michel Platini gab in einem Interview zu, am Spielplan der WM 1998 gedreht zu haben.
Michel Platini gab in einem Interview zu, am Spielplan der WM 1998 gedreht zu haben.

Doch im Finale unterlagen die gebeutelten Brasilianer den Franzosen um Zinedine Zidane deutlich mit 0:3.

Superstar Ronaldo war damals nur wenige Stunden vor dem Anpfiff mit einer Panikattacke ins Krankenhaus eingeliefert worden und wirkte dementsprechend gehemmt.

Frankreich spielte unterdessen angeführt von "Zizou" groß auf und feierte den bisher einzigen WM-Erfolg.

Momentan ist Platini für vier Jahre von allen Fußball-bezogenen Aktivitäten suspendiert.

2011 hatte der 62-Jährige eine dubiose Zahlung von 1,8 Millionen Euro erhalten - vom langjährigen FIFA-Präsidenten Sepp Blatter!

Beide beriefen sich auf angebliche, Jahre zurückliegende Beratertätigkeiten Platinis. Dafür gab es in dem 1999 unterzeichneten Vertrag allerdings keine rechtliche Basis.

Beide wurden erst für acht Jahre gesperrt, doch später wurde die Sperre auf jeweils vier Jahre reduziert.


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