FSV Zwickau: Enochs-Rückkehr nach Osnabrück wird emotionale Kiste

Zwickau - Eine Tribüne im Stadion vom VfL Osnabrück trägt seinen Namen. Mit dem jetzigen VfL-Trainer Daniel Thioune kickte er von 1996 bis 2002 zusammen. Beide wohnten sie nur zwei Straßen voneinander entfernt. Keine Frage: Wenn Joe Enochs am Sonnabend an die Bremer Brücke zurückkehrt, ist das eine Reise in die Vergangenheit.

Mehr als 20 Jahre her: Joe Enochs (vorn,r.) im VfL-Trikot gegen den damaligen Hannoveraner Gerald Asamoah. Enochs ist noch immer Osnabrücks Rekordspieler.
Mehr als 20 Jahre her: Joe Enochs (vorn,r.) im VfL-Trikot gegen den damaligen Hannoveraner Gerald Asamoah. Enochs ist noch immer Osnabrücks Rekordspieler.  © Imago

Trotzdem weiß der jetzige FSV-Coach, wo es für ihn langgeht: "Vom Spielertunnel aus nach links", lacht er. Jahrelang beschritt er auf dem Weg zur Auswechsel- oder Trainerbank die entgegengesetzte Richtung.

Als Spieler etwas seltener, denn meist stand Enochs von Beginn an auf dem Feld.

Mit 376 Ligaspielen in zwölf Spielzeiten ist der gebürtige US-Amerikaner auch elf Jahre nach seinem Karriereende (2008) VfL-Rekordspieler.

"Als Trainer habe ich da aber auch nie gesessen, sondern meist auf einem Stuhl davor", wendet Enochs ein. Von August 2015 bis zur Freistellung Anfang Oktober 2017 war das so.

Letzteres nagt immer noch ein bisschen am jetzigen Zwickauer: "Die letzten paar Monate in Osnabrück sind nicht schön gewesen. Ich habe stets den Verein in den Vordergrund gestellt. Vielleicht war das mein größter Fehler." So ließen die Niedersachsen vor der Saison 2017/18 die Leistungsträger Kwasi Okyere Wriedt (Bayern II.) und Nazim Sangaré (Antalyaspor) aus finanziellen Gründen ziehen.

Dazu Enochs: "Ich habe auf Vieles verzichtet und bin letztlich daran gescheitert."

Joe Enochs weiß um die Besonderheit seiner Rückkehr nach Niedersachsen.
Joe Enochs weiß um die Besonderheit seiner Rückkehr nach Niedersachsen.  © Picture Point / Sven Sonntag

In Osnabrück und Region schätzt man ihn genau für diese Bodenständigkeit. Er ist einer von ihnen. Auch nach dem Weggang gen Zwickau.

Im Anschluss an die letzte Heimpartie gegen Lotte - liegt 12 Kilometer westlich von Osnabrück - wurde Enochs von den auswärtigen Pressekollegen umlagert. Alle wollten sie wissen, wie es ihm geht und wie er sich nach 22 Jahren in Osnabrück im neuen Umfeld eingelebt hat.

"Die Zeit hat ihre Spuren hinterlassen", zeigt sich Enochs gerührt: "Ich freue mich schon darauf, viele alte Weggefährten aus der Geschäftsstelle wiederzusehen."

Eine ganz besondere Beziehung verbindet ihn mit Mr. VfL, Lothar Gans, dem langjährigen Sportdirektor (seit Januar im Ruhestand).

"Verträge haben wir per Handschlag besiegelt, weil auf Lothar 100 Prozent Verlass war", erinnert sich Enochs gerne zurück. Gans soll sich im Spätherbst 2017 auch gegen eine Entlassung von Enochs beim VfL ausgesprochen haben.

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