Fußball-Gipfeltreffen der Oldies: Party, Tore und Emotionen beim AOK-Traditionsmasters 2019

Berlin - Das AOK-Traditionsmasters ist der Mittelpunkt für Tore, Tricks und Spektakel. Jahr für Jahr bringen die „Oldies“ den besonderen „Budenzauber“ in die Max-Schmeling-Halle.

Bereits 2018 ging es zwischen der Alten Dame und den Eisernen heiß her. Damals wie heute dabei: Lewan Kobiaschwili (M) und Dariusz Wosz (r).
Bereits 2018 ging es zwischen der Alten Dame und den Eisernen heiß her. Damals wie heute dabei: Lewan Kobiaschwili (M) und Dariusz Wosz (r).  © KÜHN Sportconsulting

Im diesjährigen Finale trafen mit Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen die spielstärksten Teams aufeinander. Dortmund kam erst besser in die Partie. Jedoch drehte die „Werkself“ im weiteren Spielverlauf deutlich auf. Am Ende ging der 10:3-Finalsieg völlig in Ordnung.

Im Halbfinale traf Bayer Leverkusen auf den 1. FC Union Berlin. Der BVB gewann gegen den Karlsruher SC. Der Sport war wie immer Mittel zum Zweck, denn der Fokus lag auf dem unmittelbaren Austausch zwischen den Fans und ihren Idolen.

Auch in diesem Jahr brachte das Turnier wieder Jung und Alt zusammen. Die Zuschauer-Resonanz war mehr als beachtlich. Erstmals ging das Event über zwei Tage. Zur Endrunde am Samstag war die Halle sogar ausverkauft. Den 8000 Zuschauern wurde eine Menge Spitzen-Fußball geboten. Harte Zweikämpfe, reichlich Tore und jede Menge Spaß prägten die temporeichen Spiele. Die "Alt"-Stars zeigten einige Kabinettstücke, die alle mit tosendem Applaus bejubelt wurden.

Solche Veranstaltungen sind für Fans meist eine Reise in die Vergangenheit. Die offene und herzliche Stimmung ermöglicht den Zuschauern den seltenen Austausch mit den Stars. Gefeierte WM-Helden von 2006, wie David Odonkor (34), Oliver Neuville (45) oder auch Bernd Schneider (45) kamen jedem Autogramm-Wunsch nach. Speziell Odonkor begeisterte das Publikum mit seinen trickreichen Finten, schnellen Bewegungen und zeigte sich im anschließenden Interview emotional: „Wenn man die Zuschauer hier sieht, dann ist dieses Erlebnis schon einmalig.“

Ob Selfie, Unterschriften oder auch nette Gespräche - rund um ging jeder Besucher zufrieden nach Hause.

Das Teilnehmerfeld konnte sich auch 2019 sehen lassen. Neben Europas Spitzenklubs, wie den FC Barcelona oder den Tottenham Hotspurs. Als weitere ausländische Gastmannschaft kam Sparta Prag.

Vor fast ausverkauften Rängen begeisterten die internationalen Top-Klubs.
Vor fast ausverkauften Rängen begeisterten die internationalen Top-Klubs.  © KÜHN Sportconsulting

Bei den Spielen steht natürlich bei aller Wettkampf-Atmosphäre der Spaß im Vordergrund. Einige Spieler nutzten den Abend zwischen den Turniertagen, um mal richtig zu feiern. Union-Legende Thorsten Mattuschka (38) plauderte aus: „Die Nacht an der Hotelbar war ziemlich lang. Es wurde gefeiert und ein bisschen Darts gespielt. In der 3. Halbzeit war ich schon immer gut.“

Ohne Frage ist Mattuschka die gefeierte Ikone der Traditionsturniere. Jede seiner Aktionen wurde bejubelt, als sei ein Tor gefallen. Sogar das Regelwerk änderte der Veranstalter für den Kult-Kicker. „Tusches“ Paragraph lautet: „Alle Freistöße sind indirekt auszuführen. Wird ein Spieler bei der Ausführung eines Freistoßes durch seine Fankurve mit einem eigenen Lied, welches seinen Namen trägt, unterstützt, so ist der Freistoß auch direkt ausführbar.“

Eine derart spezielle Regel gibt es für Hertha BSC nicht, dennoch sind sie fester Bestandteil des Turniers.

Das Duell zwischen den Berlinern Traditionsvereinen endete übrigens Unentschieden. Das Team der „alten Dame“ tat sich im gesamten Turnierverlauf sehr schwer und wachte zu spät auf. Nach der überraschenden Auftaktniederlage gegen den Karlsruher SC und dem Unentschieden gegen die Eisernen, half auch kein Sieg gegen den großen FC Barcelona, um das Halbfinale zu erreichen. Trotzdem zeigte sich Ex-Herthaner Peter Niemeyer (35) zufrieden: „Es war meine erste Teilnahme und ein atemberaubendes Erlebnis.“

Ein besonderes Highlight bot der 61-jährige Frank Mill. Die BVB-Legende spielte als ältester Akteur im Halbfinale gegen den Karlsruher SC. „Es war mir ein Bedürfnis. Eigentlich bin ich nur für meine Enkelin aufgelaufen“, erklärte der sichtlich berührte Ex-Stürmer.

Auch in diesem Jahr war das AOK-Traditionsmasters ein voller Erfolg. Den Abend haben die Kollegen von 11Freunde etwas melancholisch, dennoch treffend, auf der Homepage zusammengefasst: „So, wie hier, muss der Fußball sein: Von Menschen für Menschen, und nicht von Konzernen für Kunden. Und was hier alle verbindet: beste Laune.“

Titelfoto: KÜHN Sportconsulting

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