Auf Neu-Trainer Luhukay und St. Pauli wartet gleich ein echter Brocken

Hamburg - Schwerer hätte der Auftakt für Jos Luhukay als Trainer beim FC St. Pauli kaum werden können. Am Sonntag (13.30 Uhr) trifft er mit seinem neuen Verein auf Arminia Bielefeld - das drittbeste Team in der Rückrunde.

Jos Luhukay hat über die Aufstellung seiner Mannschaft noch nicht nachgedacht.
Jos Luhukay hat über die Aufstellung seiner Mannschaft noch nicht nachgedacht.  © DPA

Es treffen also zwei Mannschaften mit gegensätzlichen Entwicklungen aufeinander.

Der FC St. Pauli, der aufgrund der zurückliegenden Wochen seinen Trainer entließ (TAG24 berichtete) und dringend die Kurve die kriegen will, und Arminia Bielefeld, das nur so vor Selbstvertrauen strotzen dürfte.

"Sie werden schwer zu schlagen sein", urteilte St. Paulis neuer Cheftrainer Jos Luhukay. Die Ostwestfalen verfügen über eine gute Struktur und werden mit breiter Brust am Millerntor auflaufen.

Genauso diese dürfte den Kiezkickern nach den letzten Auftritten fehlen. "Die Mannschaft ist ein bisschen verunsichert, aber wir müssen ihr wieder das Vertrauen in ihre Stärke schenken", erklärte der Niederländer, der von der Qualität des Kaders überzeugt ist.

Wichtig sei es vor allem, dass sich die Mannschaft wieder als Team auf dem Platz präsentiere. Daher sei eine gewisse, vielleicht auch seine eigene Spielphilosophie nicht wichtig. "Wir müssen auch wieder eine Bindung zu den Fans aufbauen", machte Luhukay klar.

In der Hinrunde habe das Team bereits gezeigt, wozu es in der Lage ist. Nach der Winterpause gab es einen unerklärlichen Bruch in der Entwicklung. Diesen Negativtrend soll Luhukay nun beenden.

Noch keine Gedanken über Startelf gemacht

Bei seiner Vorstellung nahm Jos Luhukay schon das Stadion unter die Lupe.
Bei seiner Vorstellung nahm Jos Luhukay schon das Stadion unter die Lupe.  © TAG24/Robert Stoll

Dafür führte der 55-Jährige bereits viele Gespräche mit seinen neuen Spielern. "Ich will sie kennenlernen und muss schauen, wie ich an sie herankomme", erklärte er. Bisher hat im die Arbeit in den ersten Trainingseinheiten mit den Jungs sichtlich Spaß gemacht.

Dabei traf er auf zwei bekannte Gesichter. Mit Sami Allagui und Marvin Knoll arbeitete Luhukay bereits bei Hertha BSC zusammen. "Beides sind gute Jungs."

Ob beide gegen Bielefeld in der Startelf stehen werden, wusste der Trainer noch nicht. "Ich habe mir noch keine Gedanken gemacht und will noch das Training abwarten", erklärte Luhukay. Sicherlich vertraut er auch auf den rat seiner beiden Co-Trainer Markus Gellhaus, mit dem er bereits zehn Jahre zusammen arbeitete, und André Trulsen.

Interims-Sportchef Andreas Rettig wird sich allerdings nicht einmischen. "Ich habe mich in den sechs Jahren, in denen ich mit Jos zusammen gearbeitet habe, noch nie getraut in die Aufstellung einzugreifen", sagte er und lachte.

Fest steht nur, dass Luhukay bei seinem Debüt auf der Trainerbank des FC St. Pauli auf Philipp Ziereis, Henk Veerman, Luca Zander, Waldemar Sobota, Marc Hornschuh, Christopher Avevor und Jan-Philipp Kalla verzichten muss. Ein Fragezeichen steht noch hinter Daniel Buballa, der an einem Infekt leidet.

"Es ist gut, dass wir Zuhause spielen, ich versuche in dieser Woche das Positive herauszunehmen", sagte Luhukay, der sich auf sein erstes Spiel am Millerntor freut.

"In der Vergangenheit stand ich als Trainer auf der anderen Seite, aber die Atmosphäre hat mich auch gereizt", erklärte der zurückhaltende Niederländer. "Aber dafür lebt man den Fußball, ich will das selber erleben."

Bleibt nur zu hoffen, dass Jos Luhukay am Sonntag nach der Partie gegen Arminia Bielefeld immer noch so denkt.

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