Rückzieher: Joseph Baffo absolviert doch kein Probetraining beim HSV

Hamburg - Diesen Mann hat keiner auf der Liste! Der HSV hat überraschend auf der eigenen Website verkündet, dass Joseph Baffo am Dienstag ein Probetraining absolvieren wird.

Joseph Baffo (l.) im Trikot von Eintracht Braunschweig im Zweikampf mit St. Paulis Flügelflitzer Mats Möller Daehli.
Joseph Baffo (l.) im Trikot von Eintracht Braunschweig im Zweikampf mit St. Paulis Flügelflitzer Mats Möller Daehli.  © DPA

Dass der HSV beim 25-Jährigen kein Risiko eingeht, verwundert nicht: Baffo hatte sich am 23. Oktober 2017 das Kreuzband gerissen und ist erst seit etwas mehr als einem Monat wieder fit.

Wie fit, kann sich erst im Teamtraining unter voller Belastung zeigen.

Denn der HSV ist nach den Ausfällen von Gideon Jung und Kyriakos Papadopoulos auf der Suche nach einem erfahrenen Innenverteidiger.

Einer, der der Mannschaft sofort weiterhilft. Schließlich startet der HSV schon am Freitag (20.30 Uhr) gegen Holstein Kiel bereits in die neue Saison!

Ob Baffo das leisten kann, ist wegen der letzten zehn Monate zumindest fraglich.

Vor seiner schlimmen Verletzung hat der 1,85 Meter große Verteidiger hingegen schon nachgewiesen, dass er herausragendes Zweitliga-Format hat.

Bei Eintracht Braunschweig absolvierte er 53 Spiele in der 2. Bundesliga und konnte dort mit seiner Zweikampfstärke, seinem Timing bei Kopfbällen und seinem überdurchschnittlich guten Spielaufbau überzeugen.

Zudem erzielte Baffo vor seinem Kreuzbandriss in der abgelaufenen Spielzeit auch noch drei Tore und bewies damit ungeahnte Vollstreckerqualitäten.

Joseph Baffo (r.) im Duell mit Union-Sturmtank Sebastian Polter.
Joseph Baffo (r.) im Duell mit Union-Sturmtank Sebastian Polter.  © DPA

Der in Accra, Ghana geborene Defensivakteur wuchs in Schweden auf und wurde fußballerisch bei IFK Värnamo 2000 groß, von wo aus er zum Traditionsverein Helsinborgs IF weiterzog und dort bereits im zarten Alter von 19 Jahren die schwedische Meisterschaft und den schwedischen Pokalsieg feiern konnte.

Baffo war zu diesem Zeitpunkt bereits Jugendnationalspieler Schwedens und machte insgesamt 29 Junioren-Länderspiele, von der U16 durchgehend bis zur U21 mit der er den größten Triumph seiner Karriere feiern konnte und am 30. Juni 2015 gegen starke Portugiesen um den heutigen BVB-Profi Raphael Guerreiro U21-Europameister (4:3 nach Elfmeterschießen) wurde.

Eintracht Braunschweig griff zu und lotste Baffo nach Deutschland, wo er auf Anhieb Stammspieler wurde, mit guten Leistungen auf sich aufmerksam machte - bis er sich verletzte.

Wenn er an diese Form wieder anknüpfen kann, wäre er für den HSV eine große Verstärkung.

Update, 31.07. 11.09 Uhr: Wie der HSV nun auf Twitter meldet, wird Baffo kein Probetraining bei den Rothosen absolvieren. Der Abwehrspieler hat den Medizincheck nicht bestanden.


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