Fußball kurios: Torhüter pariert Ball von außerhalb des Feldes!

Sao Paolo - Eine verrückte Szene spielte sich am Mittwoch in der brasiliansichen Serie B ab: Der Torhüter der Gastmannschaft glänzte mit einem Reflex, jedoch außerhalb seines Kastens. Der Anti-Helmer, unglaublich aber wahr.

Hielt seinem Team das 3:1 fest - und das durch das Netz hindurch.
Hielt seinem Team das 3:1 fest - und das durch das Netz hindurch.  © Screenshot/Instagram @guilhermepegorari

Wir schreiben den 23. April 1994, Olympiastadion München. Der FC Bayern München hat den 1.FC Nürnberg zum Bayern-Franken-Gipfel zu Gast. Und ebenjener 32. Spieltag wurde anschließend Teil der Bundesliga-Geschichte. Denn: Schiedsrichter Hans-Joachim Osmers gab ein Tor, welches nie gefallen war.

Der damals gerade 29 Jahre jung gewordene Thomas Helmer erzielte einen Treffer, ohne den Ball je über die Torlinie gedrückt zu haben. Die Geburtsstunde des Phantomtores aus München. Das Spiel wurde letztlich wiederholt und die Karriere des Linienrichters Jörg Jablonski abrupt beendet.

Und Helmer? Der wird wohl auf ewig mit dieser einen Szene in Verbindung gebracht.

Der Anti-Helmer kommt dieser Tage jedoch aus der zweiten Liga Brasiliens. Sein Name: Pegorari. Der Schlussmann des derzeit Tabellen-Sechzehnten und sich damit in akuter Absteigsgefahr befindenden Figueirense FC, hat somit den Anschlusstreffer der Hausherren verhindert.

Mit einer Glanztat. Ohne im Tor zu stehen. Richtig gelesen. Daneben liegend. Doch das macht nichts. War das etwa die Hand Gott... . Okay, das wäre zu viel des Guten.

Wo bleibt der Videoschiedsrichter, wenn man ihn braucht?

Klar drin. Helmer erzielt hier sein legendäres Phantom-Tor gegen den 1.FC Nürnberg, oder doch nicht?
Klar drin. Helmer erzielt hier sein legendäres Phantom-Tor gegen den 1.FC Nürnberg, oder doch nicht?  © imago images/ Sven Simon

Aber ziemlich genau von dort wo Thomas Helmer einst das Tor traf ohne es zu treffen, verhinderte er eines, was eigentlich eines war, welches aber nicht zählte.

Doch der Reihe nach: Ponte Pretas Angreifer Joao Carlos zieht von außerhalb des Sechzehners ab. Ein Strahl der von der Unterkante der Latte auf den Boden springt, von dort aus wieder an den Querbalken. Im Anschluss ist der Ball wohl eindeutig hinter der Linie. Oder?

Keeper Pegorari, der zuvor in die Ecke hechtete und neben seinem Pfosten lag, wischt den Ball dann von außerhalb des Tores und durch das Netz greifend aus seinem Kasten. Verrückte Szene. Ponte Preta jubelt. Und reklamiert. Und überhaupt, die Situation ist mehr als unübersichtlich.

Das Schiedsrichtergespann ist sich ebenfalls nicht sicher. Ball hinter der Linie, oder nicht? Tor oder kein Tor? Tumultartige Szenen auf dem Platz mit dem besseren Ende für den Figueirense. Der Treffer zählte nicht, Joao Carlos versteht die Welt nicht mehr und die Gastgeber verlieren letztlich mit 1:3 vor heimischer Kulisse. Kein VAR, kein Keller in Rio. Entscheidung getroffen, ohne technische Hilfsmittel - ja, auch das gibt es.

Ob es den Unparteiischen um Referee Gilberto Rodrigues Castro Junior ähnlich ergehen wird wie einst Jörg Jablonski, bleibt indes offen.

Jedoch wird wohl niemand der Beteiligten diesen Abend im Estádio Moisés Lucarelli so schnell vergessen.

Hier der Anti-Helmer im Video: Viel Spaß!

Und hier der echte Helmer von 1994. Ebenfalls viel Spaß!

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