Qualen, Schweiß und Lächeln... Aues Adler sieht Licht am Ende des Tunnels

Besuch zur Reha in Leipzig: FCE-Stürmer Nicky Adler (l.) und Sportredakteur Thomas Nahrendorf.
Besuch zur Reha in Leipzig: FCE-Stürmer Nicky Adler (l.) und Sportredakteur Thomas Nahrendorf.  © picture point/Sven Sonntag

Leipzig/Aue - Die Physiotherapie Petzold am Leipziger Johannisplatz liegt im sechsten Stock. Nicky Adler nimmt den Fahrstuhl. "Man muss es ja nicht übertreiben", grinst er. Hier über den Dächern seiner Heimatstadt absolviert er seine Reha nach seinem Adduktorenabriss - und die hat es in sich. Da kann er keine Kraft fürs Treppensteigen verpulvern.

Sein Sporttherapeut Daniel Förster ist seit Monaten der wichtigster Begleiter des FCE-Stürmers. Beide begrüßen sich herzlich.

Auf den angebotenen Kaffee zum Warmwerden verzichtet Adler, er legt gleich los. Auf dem Laufband kommt er in Wallung. Während er läuft, informiert Förster über den Behandlungsstand seines Schützlings.

"Der Muskel bei Nicky ist ganz, der hält", sagt er.

"Das Problem war, dass er die gesetzten Anker nicht vertragen hat und dass seine Narbe immer wieder aufgeplatzt ist", rümpft er die Nase.

Schon beim Anblick sind die Qualen zu erkennen: Nicky Adler mit Sporttherapeut Daniel Förster an der Beinpresse. Mit seinem kaputten rechten Bein zieht er die Gewichte.
Schon beim Anblick sind die Qualen zu erkennen: Nicky Adler mit Sporttherapeut Daniel Förster an der Beinpresse. Mit seinem kaputten rechten Bein zieht er die Gewichte.  © picture point/Sven Sonntag

"Er war vor acht Wochen schon mal genauso weit wie jetzt, dann ging die Narbe wieder auf. Aber seit zwei Wochen ist alles zu. Er kann Gas geben."

Und das macht er: Adler schwitzt bei seinen Übungen, er keucht, er quält sich. Die 90 Minuten sind kraftraubend. Egal, ob mit einem stabilisierenden Gummiband um den Körper, ob an der Beinpresse oder auch zur Balance auf dem Skateboard - Adler ist voll dabei, auch wenn die Muskeln vor Anstrengung zittern. "Aber, und das ist das Schöne, ich genieße das. Ich weiß, jetzt geht es vorwärts. Ich sehe quasi Licht am Ende des Tunnels oder auch des Schachts", lacht er laut.

Bis Weihnachten muss er noch drei-, viermal wöchentlich unter Anleitung von Daniel Förster seine Reha absolvieren. Pünktlich zum Start in Wintervorbereitung möchte Adler auf dem Platz stehen. "Ich habe den Trainer gebeten, er soll fürs Camp in Spanien ein Zimmer für mich mit buchen", lächelt Adler. "Das Trainingsprogramm werden wir vor Ort abstimmen, je nach Belastung."

Apropos Trainer: Hannes Drews erkundigt sich regelmäßig nach Adlers Befinden. "Das tut gut, dass er an mich denkt, obwohl ich weg bin. Ich schätze das. Noch besser ist es, dass er auch mit mir plant. Das gibt auch den Mut, dass hier alles durchzustehen", sagt Adler und zeigt auf seine Geräte.

Außerdem treibt ihn noch ein anderes Ziel: "Ich will noch auf 200 Zweitliga-Einsätze kommen in dieser Saison. 187 hat er, fehlen also noch 13 und im Frühjahr stehen noch 16 Spiele an. Alles ist möglich.

Sporttherapeut Daniel Förster wickelt mit einem Gummiband den Oberschenkel ab und löst es schnell wieder zur besseren Durchblutung.
Sporttherapeut Daniel Förster wickelt mit einem Gummiband den Oberschenkel ab und löst es schnell wieder zur besseren Durchblutung.  © picture point/Sven Sonntag

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