Insolvenz-Hass: Steigt Chemie ab, weil Erfurt und der CFC pleite sind?

Leipzig/Berlin - Der Abstieg vom Chemnitzer FC und Rot-Weiß-Erfurt von der 3. in die Regionalliga sorgt für mächtig Ärger. Denn dadurch steht der Klassenerhalt für BSG Chemie Leipzig auf der Kippe.

Momentan hält sich Chemie auf dem 15. Platz, doch auch damit könnten die Leutzscher noch absteigen.
Momentan hält sich Chemie auf dem 15. Platz, doch auch damit könnten die Leutzscher noch absteigen.  © Screenshot/kicker.de

"Es ist höchste Zeit für eine Diskussion zu den Folgen nach Insolvenz im Fußball", denkt Mehmet Ali Han, Ehrenpräsident von Ligakonkurrent Berliner AK. Auf Facebook macht er seinem Ärger Luft: "Das ist doch unfassbar! Teams wie Erfurt oder Chemnitz verbrennen Gelder und gehen einfach in die Insolvenz. Und wegen denen, die nicht mit dem Geld haushalten können, müssen andere Vereine wie wohlmöglich Chemie Leipzig zwangsabsteigen."

Der Chemnitzer FC kommt auf 2,5 Millionen Euro Schulden, Rot-Weiß-Erfurt sammelte stolze 8 Millionen Euro Schulden an. Dadurch bekamen die beiden Vereine einen Punktabzug aufgebrummt und spielen in der nächsten Saison in der Regionalliga Nordost.

Das heißt für die anderen Liga-Teams: Statt nur einem Absteiger wandern gleich drei Vereine eine Liga tiefer. Noch halten sich die Chemiker auf dem 15. Platz, doch auch das würde einen Abstieg nicht verhindern, sollte Tabellenführer FC Energie Cottbus nicht den Aufstieg in die 3. Liga schaffen. Denn dann heißt's gleich für vier Mannschaften "Good Bye".

Unverständlich für Han: "Warum müssen einige Vereine zwangsabsteigen, die mit der Insolvenz anderer Teams nichts zu tun haben?’ Es ist an der Zeit, eine Diskussion hierzu in Gang zu setzen." Der Berliner steht voll auf der Seite der Leutzscher Liga-Konkurrenten. "Bei unserem Auswärtsspiel in Leipzig am vergangenen Sonntag hatte ich alles gesehen, was Fußball ausmacht, wir wurden äußerst gastfreundlich empfangen, tolle Stimmung im Stadion, alles Ehrenamtliche die den Laden am Laufen halten.

Es ist traurig, dass es diese Regel gibt, dass wenn Chemnitz Insolvenz geht, Chemie oder ein anderer unbeteiligter Verein ebenfalls betroffen ist", ärgert er sich über die Regel.

Doch die BSG will sich noch nicht geschlagen geben: "Wir freuen uns, dass unser Verein von vielen Konkurrenten als Bereicherung für die Regionalliga wahrgenommen wird und versprechen, in den verbleibenden drei Spielen alle Kräfte zu mobilisieren, um den Klassenerhalt zu schaffen!"


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