Lok und Chemie: Es geht um mehr als nur den Derbysieg

Eine Szene aus dem Hinspiel: Philipp Wendt (l.) und Christian Hanne (r.) kämpfen um den Ball. Für das Rückspiel im Bruno-Plache-Stadion wurden vorab 5700 Karten verkauft.
Eine Szene aus dem Hinspiel: Philipp Wendt (l.) und Christian Hanne (r.) kämpfen um den Ball. Für das Rückspiel im Bruno-Plache-Stadion wurden vorab 5700 Karten verkauft.  © DPA

Leipzig - Es ist das vorgezogene Rückrunden-Highlight in der Regionalliga Nordost: Am Buß- und Bettag trifft Lok Leipzig auf den Lokalrivalen Chemie. Beide Vereine schleppen einige Probleme mit sich rum und hoffen deshalb auf Rückenwind durch einen Derbysieg.

Beide Teams starteten am vergangenen Sonntag äußerst bescheiden in die englische Woche. Lok Leipzig verlor den Ostklassiker gegen den BFC Dynamo mit 1:3 (TAG24 berichtete).

Zeitgleich musste Chemie im heimischen Alfred-Kunze-Sportpark eine ärgerliche 0:1-Pleite gegen den FC Oberlausitz Neugersdorf hinnehmen.

Im direkten Vergleich steht Lok Leipzig trotz der Niederlage in Berlin deutlich besser da als der Lokalrivale. Die Probstheidaer stehen mit 23 Punkten auf Tabellenplatz 5. Die Chemiker haben gerade einmal 12 Punkte auf dem Konto und rangieren damit auf Platz 16.

Doch Zahlenspiele und Tabellenplätze zählen am Mittwoch im Leipziger Bruno-Plache-Stadion herzlich wenig. Lok-Trainer Heiko Scholz (51) erwartet ein Duell auf Augenhöhe.

Scholz freut sich auf ein rassiges Leipziger Derby, musste aber schon vor Anpfiff eine Kröte schlucken: BSG-Trainer Dietmar Demuth (62) stellte klar, dass Ex-Lok-Keeper Julien Lattendresse-Levesque (26) am Mittwoch das Tor von Chemie hüten wird (TAG24 berichtete).

Lok Leipzigs Robert Zickert (r.) hatte das Hinspiel am 1. Spieltag mit seinem Tor zum 1:0 entschieden.
Lok Leipzigs Robert Zickert (r.) hatte das Hinspiel am 1. Spieltag mit seinem Tor zum 1:0 entschieden.  © DPA

Zuvor hatte sich Lok Leipzig beim Verkauf der Derby-Tickets Ärger mit den eigenen Fans eingehandelt. Die Entscheidung, die Karten für das Derby nur als sogenannte Kombitickets zu verkaufen, kam bei vielen Anhängern gar nicht gut an (TAG24 berichtete).

Zu allem Übel vergeigte das Team von Trainer Heiko Scholz Anfang November auch noch die Chance auf ein weiteres Leipziger Derby. Im Achtelfinale des Sachsenpokals verlor Lok gegen Ligakonkurrent Budissa Bautzen zu Hause mit 0:3. Im Viertelfinale hätten die Probstheidaer auswärts bei Chemie Leipzig antreten müssen.

Aber auch die Chemiker hatten zuletzt einige Probleme. Der sensationelle Sieg gegen den FSV Zwickau im Pokal verschaffte der BSG keinen Rückenwind. Das darauffolgende Auswärtsspiel gegen den Berliner AK verlor die Mannschaft von Trainer Dietmar Demuth mit 0:3.

Es folgte ein 1:0-Sieg im Sachsenpokal gegen Budissa Bautzen. Nach dem Halbfinaleinzug stolperten die Leutzscher erneut in der Liga. Gegen den FC Oberlausitz Neugersdorf riss die Heimserie der Chemiker. Die BSG steckt tief im Abstiegskampf, größtes Problem ist die harmlose Offensive (mit 8 Toren Schlusslicht der Liga).

Zudem hat die BSG auswärts noch keine Wunder vollbracht. Gegen den Lokalrivalen soll es endlich mit dem ersten Auswärtssieg in dieser Saison klappen. "Wir werden wieder alles in die Waagschale werfen und hoffen, dass wir nach dem schweren Spiel vom Sonntag noch einmal Kräfte freimachen können", kündigte BSG-Trainer Demuth an.

Sein Kollege Heiko Scholz wird am Mittwoch vermutlich einen ähnlichen Plan verfolgen.


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