Eklat beim Leipzig-Derby: "Den Chaoten ist unser Verein vollkommen egal"

Ein Wasserwerfer musste Anfang der zweiten Halbzeit zum Lok-Block fahren, Dutzende Polizisten stürmten hinein.
Ein Wasserwerfer musste Anfang der zweiten Halbzeit zum Lok-Block fahren, Dutzende Polizisten stürmten hinein.  © Picture Point

Leipzig - Die Vorfälle beim Regionalliga-Lokalderby Lok gegen Chemie Leipzig (TAG24 berichtete) sind auch Tage danach noch allgegenwärtig. Die Probstheidaer meldeten sich am Donnerstagabend zu Wort.

"Dieses Derby hat nur Verlierer. So wird die Arbeit vieler Ehrenämtler und hochmotivierter Mitarbeiter torpediert", sagte Lok Präsident Thomas Löwe.

Der hatte sich bei BSG-Coach Dietmar Demuth persönlich für den Bier-Eklat auf der Pressekonferenz (Video unten) entschuldigt.

Mehreren Dutzend Chaoten, so bezeichnet Lok die Krawallmacher selbst, haben es trotz des Einsatzes von 650 Polizeibeamten und 150 Ordnern geschafft, das Spiel zu Beginn der zweiten Halbzeit an den Rande eines Abbruchs zu treiben.

Den zum Großteil vermummten Personen auf der Gegengerade sei der Verein "offensichtlich vollkommen egal", so der FCL. Die Polizei verhinderte mit einem Großaufgebot einen Block- und Platzsturm.

Die Verantwortlichen von Lok Leipzig, Präsident Thomas Löwe (li.) und Aufsichtsratsvorsitzender Olaf Winkler, sind vom Fehlverhalten der Fans entsetzt.
Die Verantwortlichen von Lok Leipzig, Präsident Thomas Löwe (li.) und Aufsichtsratsvorsitzender Olaf Winkler, sind vom Fehlverhalten der Fans entsetzt.  © Lok Leipzig

Böller und Leuchtraketen flogen aus dem Gästeblock in Richtung der Ballkinder. Dieser wurde laut Lok-Angaben "massiv zerstört".

Alle am Mittwoch begangenen Straftaten beider Fanlager werden auch nach der Auswertung von Videomaterial konsequent verfolgt. Lok kündigte zudem an, gegen die ermittelten Personen deutschlandweite Stadionverbote auszusprechen.

Einen großen Dank sprachen die Blau-Gelben nicht nur Schiedsrichter Henry Müller aus Cottbus aus, der trotz seiner Ankündigung das Spiel trotz wiederholten Störungen nicht abgebrochen hatte. Auch den Fans, die lautstark - auch gegen die eigenen Anhänger - gewettert hatten, dankte Lok. Genau die seien es auch, die den Verein und die überwiegende Mehrheit des Viertligisten repräsentieren.

Dem Aufsichtsratsvorsitzende des 1. FCL gebührt das Schlusswort. "Wir haben mit dem 1. FC Lok in den letzten Jahren viel erreicht und werden uns jetzt von diesen Personen nicht unterkriegen lassen", so Olaf Winkler.

"Das ist unsere Pflicht gegenüber den 99 Prozent der friedlichen Fans und Mitglieder unseren Verein kontinuierlich weiterzuentwickeln."

Bei der Pressekonferenz wurde Chemie-Trainer Dietmar Demuth (re.) im VIP-Raum von einem Lok-Anhänger mit einem vollen Bierbecher beworfen.
Bei der Pressekonferenz wurde Chemie-Trainer Dietmar Demuth (re.) im VIP-Raum von einem Lok-Anhänger mit einem vollen Bierbecher beworfen.  © Nico Zeißler

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