Darum schieben Cottbus-Fans so Frust vorm Derby in Babelsberg

Babelsberg - Vor dem mit Spannung erwarteten Auswärtsspiel des FC Energie Cottbus beim SV Babelsberg 03 in der Regionalliga Nordost am Sonntag sind die Energie-Fans aufgrund des Gäste-Verbots sauer.

Ein Cottbus-Randalierer setzt zum Schlag gegen einen Ordner an. (Archivbild)
Ein Cottbus-Randalierer setzt zum Schlag gegen einen Ordner an. (Archivbild)  © DPA

Deshalb gebe es durchaus Ärger, Frust und Unverständnis, so ein Cottbuser Vereinssprecher am Freitag zur DPA.

Hintergrund des Gästefan-Verbots im Stadion ist eine schon länger bekannte Strafe der Sportgerichtsbarkeit wegen heftiger Krawalle während einer Partie im April 2017 (2:1).

Aus dem Cottbuser Block waren im Babelsberger Stadion der Hitlergruß gezeigt und rechte Parolen gerufen worden. Das Spiel war wegen Pyrotechnik unterbrochen worden, wie TAG24 berichtete.

Auch Energie-Trainer Claus-Dieter "Pele" Wollitz bedauerte, am Sonntag (13.30 Uhr) ohne eigene Fans am Sonntag in Babelsberg zu spielen.

Zugleich betonte der 52-Jährige in der Pressekonferenz, dass der Verein diese Strafe akzeptiert habe: "Es ist so jetzt hinzunehmen."

Ordner versuchen bei dem Skandal-Spiel am 28. April 2017 einen Cottbus-Fan einzufangen.
Ordner versuchen bei dem Skandal-Spiel am 28. April 2017 einen Cottbus-Fan einzufangen.

Und Wollitz sieht die Situation ganz pragmatisch: "Mit Fans schöner, auch mit Fans nach dem Spiel feiern im Derby – noch schöner. Aber trotzdem sind wir in der Lage von der Qualität her auch ohne Fans zu gewinnen. Das ist klares Ziel und Aufgabe der Mannschaft am Sonntag die drei Punkte in die Lausitz zu holen.“

Zu möglichen Provokationen von den Rängen während des Spiels meinte der Trainer, dass sportliche Provokationen zu einem Derby dazu gehörten. Damit habe keiner ein Problem: "Im Gegenteil, das kann einen ja auch motivieren und ansticheln."

Bei Energie Cottbus gab es in der Vergangenheit immer wieder massive rechte Umtriebe in der Fan-Szene. Der Verein hatte in jüngerer Zeit verstärkt versucht, ein Zeichen gegen Gewalt und Rassismus zu setzen.

Im vergangenen Jahr hatte er auch angekündigt, eine Bevollmächtigten-Stelle zu schaffen, die sich für Vielfalt und Toleranz einsetzen soll. Dazu sagte der Vereinssprecher am Freitag: "Wir sind da dran."

Um ganz deutlich Stellung zu beziehen, haben die beiden Oberbürgermeister Jann Jakobs (64, SPD) aus Potsdam und Holger Kelch (50, CDU) aus Cottbus ihr Kommen zum Spiel angekündigt, wie TAG24 berichtete.


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