Wieso stellt sich Chemie Leipzig auf die Seite der Konkurrenz?

Nicht nur innerhalb des Teams, sondern auch gegenüber ihrer Liga-Kollegen zeigen die Leutzscher Solidarität.
Nicht nur innerhalb des Teams, sondern auch gegenüber ihrer Liga-Kollegen zeigen die Leutzscher Solidarität.

Leipzig - Weil Mitligist SV Babelsberg 03 zu einer satten Geldstrafe verurteilt wurde, bezieht BSG Chemie ganz klar Stellung für den Konkurrenten.

Hintergrund der Geldstrafe war ein Spiel zwischen den Babelsbergern und FC Energie Cottbus am Ende der vergangenen Saison gewesen. Die Partie musste zweimal unterbrochen werden, weil Anhänger beider Vereine auffällig geworden waren. Unter anderem waren einzelne Fans aufs Spielfeld gestürmt, auch Pyrotechnik kam zum Einsatz (TAG24 berichtete).

Vor allem eine kleine Gruppe Cottbuser Fans hatte während des Spiels für Stunk gesorgt. Mehrmals sollen die Lausitzer Hitlerparolen gerufen haben ("Arbeit macht frei, Babelsberg 03") und den Hitlergruß gezeigt haben.

Das Sportgericht des Nordostdeutschen Fußballverbandes (NOFV) hat beide Vereine nun zu satten Geldstrafen verurteilt. Während die Cottbuser 10.000 Euro zahlen müssen, beläuft sich die Strafe des Babelsberger SV auf 7000 Euro. Himmelweit übertrieben, finden die Leipziger Grün-Weißen!

Auf Facebook äußern sich die Chemiker: "Vor allem das Urteil gegen die Babelsberger Gastgeber gab Anlass zur Irritation. Unter anderem erachtete das Sportgericht auch die Reaktion der Heimfans auf die nazistischen Parolen und Gesten aus dem Gästeblock („Nazischweine raus“) als sanktionswürdig." Diese hätten sich laut dem Leipziger Verein jedoch gewaltfrei gegen die Parolen gewehrt.

Dabei geht es den Grün-Weißen ums Gesamtbild: "Der Kampf [gegen rechte Umtriebe und Diskriminierung im Stadion] kann nach unserem Empfinden nur dann langfristig von Erfolg gekrönt werden, wenn die vom DFB vorgegebene Haltung auch in den Ebenen darunter eingenommen und umgesetzt wird." Würde das gewaltfreie Anprangern solchen Verhaltens ebenso bestraft, gäbe das Grund zur Besorgnis, äußern sich die Leutzscher.

Der SV Babelsberg 03 hatte übrigens Berufung gegen das Urteil eingelegt. Das wurde allerdings wegen eines Formfehlers abgelehnt. der Verein will nun auf zivilrechtlichem Wege gegen den Urteilsspruch vorgehen.


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