Wird dieser Ex-Dynamo-Coach die umstrittene China-Auswahl in der Regionalliga trainieren?

Stefan Böger zu seiner Zeit als Dynamo-Coach mit dem jetzigen Kapitän Marco Hartmann.
Stefan Böger zu seiner Zeit als Dynamo-Coach mit dem jetzigen Kapitän Marco Hartmann.  © Lutz Hentschel

Dresden - Zunächst hielten es alle für einen schlechten Scherz, nun ist die Entrüstung in der Liga groß: Die Pläne vom Deutschen Fußball-Bund (DFB), die U20-Auswahl von China in der Regionalliga Südwest antreten zu lassen, sorgen bei den betroffenen Vereinen größtenteils für Entsetzen.

"Der SV Waldhof hat keine Zustimmung erteilt. Aktuell sind die notwendigen Details für uns noch nicht vollumfänglich geklärt", sagte Geschäftsführer Markus Kompp vom SV Waldhof Mannheim am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Damit widersprach er Regionalliga-Geschäftsführer Felix Wiedmann, der behauptet hatte, alle 19 Clubs hätten schon Zustimmung signalisiert.

Während die Klubs darüber debattieren, welche Auswirkungen dieser Eingriff in den Fußball haben kann, hat sich eventuell sogar schon ein Trainer gefunden. Denn nach Informationen der Bild-Zeitung könnte der jetzige Sportdirektor des Halleschen FC, Stefan Böger (50), der neue Coach der Olympiaauswahl werden.

Stefan Böger soll ein Angebot für die Betreuung der U20-Auswahl von China vorliegen haben, die ab kommender Saison in der Regionalliga in Deutschland antreten soll.
Stefan Böger soll ein Angebot für die Betreuung der U20-Auswahl von China vorliegen haben, die ab kommender Saison in der Regionalliga in Deutschland antreten soll.  © Lutz Hentschel

Der ehemalige Coach von Dynamo Dresden ist in Halle offenbar nicht mehr ganz glücklich. Denn zuletzt gab es immer wieder Zoff mit Trainer Rico Schmitt, die beiden haben unterschiedliche Auffassungen über die Transferpolitik.

Während Schmitt eher erfahrene, gestandene Spieler holen wollte, schwebten Böger junge Talente vor. Zwischenzeitlich lagen die Transferaktivitäten des Klubs deshalb sogar auf Eis.

Bereits im März wurde Böger mit dem chinesischen Fußball-Verband in Verbindung gebracht. Damals soll ihm ein Angebot für die Betreuung der U16 vorgelegen haben. Auch damals soll der Kontakt schon direkt über den DFB entstanden sein, wo Böger von 2008 bis 2014 diverse Junioren-Auswahlmannschaften trainierte.

Der Vertrag des 50-Jährigen in Halle läuft noch bis 2019, doch bei den astronomischen Summen, die China seit vergangenem Jahr in Transfers investiert, dürfte eine Ablöse kein Problem für die Mannschaft aus dem Reich der Mitte darstellen.

Die Vereine in der Liga haben da ganz andere Sorgen. Empört ist der Präsident des Südwest-Absteigers FK Pirmasens, der als Sechstletzter der Regionalliga abgestiegen war. "Je länger ich darüber nachdenke, desto verschaukelter komme ich mir vor", sagte Karsten Volberg dem Magazin "11Freunde".

"Denn was die Liga jetzt mit der chinesischen Mannschaft plant, ist eigentlich genau das, was wir vor ein paar Wochen beantragt haben: Eine Aufstockung auf 20 Mannschaften."

Der Antrag habe aber nie eine faire Chance gehabt. "Hier ist seit Monaten eine Kooperation geplant, zwischen der Bundesregierung und China", sagte Volberg. Und dieses Modell klappt nur bei 19 Mannschaften.


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