Ibrahimovic kann stolz sein: Schweden besiegt Schweiz mit Dusel-Tor

St. Petersburg - Superstar Zlatan Ibrahimovic (Los Angeles Galaxy) kann stolz auf seine ehemaligen Nationalmannschaftskollegen sein: Seine Schweden haben in einem munteren, packenden Spiel die Schweiz mit 1:0 (0:0) niedergerungen und steht dank dieses großen Erfolges im WM-Viertelfinale.

Der Schweizer Blerim Dzemaili (l.) und Schwedens Emil Forsberg (r.) von RB Leipzig kämpfen um den Ball.
Der Schweizer Blerim Dzemaili (l.) und Schwedens Emil Forsberg (r.) von RB Leipzig kämpfen um den Ball.  © DPA

Das entscheidende Tor im mit 64.042 Zuschauern gut gefüllten Krestowski-Stadion erzielte Emil Forsberg (66. Minute).

Die erste Großchance in einer interessanten ersten Halbzeit hatte der spätere Sieger. Doch Ex-HSV-Stürmer Marcus Berg agierte bei seinem Schuss viel zu überhastet und jagte den Ball weit daneben - ganz wie zu seiner Zeit beim HSV (8.)!

Die Schweiz agierte zunächst abwartend, war aber zweikampfstärker, hatte mehr Ballbesitz und schlug die technisch feinere Klinge.

Erst in der 24. Minute führte das zu einer ersten guten Möglichkeit: Der frühere Bayern-Profi Xherdan Shaqiri bediente Hoffenheims Steven Zuber mit einer gut getimten Flanke, doch der 26-Jährige setzte seinen Kopfball zu hoch an.

Dann konnte der Schweizer Torwart Yann Sommer (Borussia Mönchengladbach) sein Können unter Beweis stellen und parierte einen Drehschuss von Berg in Weltklasse-Manier (28.).

Es blieb abwechslungsreich. Als Nächstes waren wieder die Schweizer an der Reihe. Zuber bediente Blerim Dzemaili, der die Kunstlederkugel aus 16 Metern zentraler Position knapp über die Latte schoss (38.).

Zwei Minuten später wurde ein Freistoß von Schwedens Forsberg (RasenBallsport Leipzig) abgefälscht und rauschte haarscharf am Pfosten vorbei - Sommer wäre machtlos gewesen!

Hoch die Beine: Der Schwede Viktor Claesson (l.) und der frühere Wolfsburger Linksverteidiger Ricardo Rodriguez (r.) im Zweikampfduell.
Hoch die Beine: Der Schwede Viktor Claesson (l.) und der frühere Wolfsburger Linksverteidiger Ricardo Rodriguez (r.) im Zweikampfduell.  © DPA

Danach vergab mal wieder ein HSV-Spieler eine große Gelegenheit: Eine herrliche Flanke von Mikael Lustig nahm Albin Ekdal am zweiten Pfosten aus sechs Metern volley - und jagte das Spielgerät unter das Tribünendach (41.)!

Auch im zweiten Abschnitt ging es munter und mit Chancen auf beiden Seiten los.

Ein Fehlerkette der Schweizer wurde dann bestraft. Die Schweizer griffen Forsberg nicht an, der parallel zur Strafraumlinie ungehindert entlanglaufen und abschließen konnte, aber nur einen unplatzierten Schuss zustande brachte. Doch BVB-Profi Manuel Akanji fälschte die Kugel allerdings unhaltbar ab - 1:0 für Schweden (66.)!

Fortan erhöhte die Schweiz den Druck. Doch das mannschaftlich geschlossene schwedische Abwehrbollwerk hielt stand. Bei der einzigen guten Schweizer Chance war dann Keeper Robin Olsen zur Stelle und entschärfte einen Kopfball des früheren Frankfurters Haris Seferovic (90+1.).

Bei einem Konter der Schweden machte der Neu-Gladbacher Michael Lang gegen den eingewechselten Martin Olsson eine Notbremse und bekam folgerichtig die Rote Karte (90+4.). Schiedsrichter Damir Skomina entschied erst auf Elfmeter, nach Ansicht des Videobeweises aber berechtigterweise nur auf Freistoß für die Schweden an der Strafraumgrenze. Ola Toivonen trat an, Sommer parierte und Skomina pfiff ab (90+7.).

Der Sieg mag etwas überraschend sein, ist nach der disziplinierten, klugen Leistung der Schweden aber durchaus verdient. Wer der Gegner im Viertelfinale wird, entscheidet sich Dienstagabend im letzten Achtelfinale zwischen Kolumbien und England.

Grenzenloser Jubel: Emil Forsberg (Dritter von rechts) und seine schwedischen Teamkollegen feiern das entscheidende Tor des 26-Jährigen.
Grenzenloser Jubel: Emil Forsberg (Dritter von rechts) und seine schwedischen Teamkollegen feiern das entscheidende Tor des 26-Jährigen.  © DPA

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