Berater spricht Klartext: "Will Dynamo Stürmer kaufen, muss man tief in die Tasche greifen"

Dresden - Dynamo sucht auf dem Transfermarkt ein, zwei Stürmer. Alles nicht so einfach sagt ein Berater, der sich in Fußball-Deutschland bestens auskennt. TAG24 hat ihm Fragen gestellt: Warum gehen Spieler trotz laufenden Vertrages? Geht vieles nur noch über Leihgeschäfte? Warum ist es so schwer, einen guten Stürmer zu finden? Müsste auch Dresden den Weg gehen, Spieler aus gültigen Arbeitspapieren herauszukaufen?

Haris Duljevic (r.) wechselte vor Saisonstart. Die kolportierte Ablösesumme von einer Million Euro ist viel Geld für einen Zweitligisten.
Haris Duljevic (r.) wechselte vor Saisonstart. Die kolportierte Ablösesumme von einer Million Euro ist viel Geld für einen Zweitligisten.  © Lutz Hentschel

Verträge

"Verträge", sagt der Berater, "sind die Grundlage der Zusammenarbeit. Man einigt sich auf eine Laufzeit, allerdings wird sowohl vom Verein als auch vom Spieler regelmäßig überprüft, wie man sich jeweils entwickelt."

Die anderen Antworten beinhalten oft das Hauptthema Finanzen. Die Summen werden immer größer, dabei lobt der Berater sogar Dynamos Sportgeschäftsführer Ralf Minge.

Stürmer

"Will Dynamo einen Stürmer kaufen, muss es tief in die Tasche greifen. Gute gibt es nur noch durch Zufall ablösefrei", sagt der Berater. "Die Vereine sichern sich mit langfristigen Verträgen ab, um bei einem möglichen Weiterverkauf hohe Ablösesummen zu bekommen. Nur durch andere Umstände, wie zum Beispiel den Abstieg von Ingolstadt, ist so etwas möglich, wenn die Papiere ihre Gültigkeit verlieren."

Da wäre das Beispiel Dario Lezcano. Ihn wollte Dynamo, er ging nach Mexiko. "Es kommt darauf an, was will der Spieler. Richtig viel Geld verdienen oder sportlich vorankommen? Geht es ihm nur ums Geld, kann eine exoterischere Liga oder ein Verein unterhalb der 2. Liga - 1860 München oder Uerdingen - aufs Tablett kommen."

Mit solch einem Spieler kann sich ein Verein das Gehaltsgefüge komplett zerreißen. "Und genau das will Dynamo nicht. Die Zeiten in denen viel Geld in einen einzelnen Spieler investiert wurden, sind vorbei. Die Schere sollte nicht zu weit auseinander gehen."

Ist ein Leihgeschäft die Lösung für die SG Dynamo Dresden?

Pascal Köpke hat noch bis 2022 Vertrag in Berlin, ein Kauf wäre daher utopisch. Eine Leihe nach Dresden wäre wiederum eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten.
Pascal Köpke hat noch bis 2022 Vertrag in Berlin, ein Kauf wäre daher utopisch. Eine Leihe nach Dresden wäre wiederum eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten.  © Imago Images / Denis Ewert

Abgänge

Zum Wechsel von Haris Duljevic nach Nimes hat der Berater auch seine Meinung: "Duljevic hatte noch ein Jahr Vertrag, du bekommst also nur noch jetzt Geld für ihn. Dresden wird es sportlich so eingeschätzt haben, wie es ist. Er war kein absoluter Stammspieler, hat in zwei Jahren als Offensivkraft nur vier Tore geschossen - und dann bekommst du eine Million Euro für ihn - für einen Zweitligisten viel Geld! Das musst du machen, nächstes Jahr geht er für lau."

Leihgeschäfte

Spieler, die woanders unter Vertrag stehen, aber nicht zum Zuge kommen. Sie werden ausgeliehen, um Spielpraxis zu sammeln. "Da ist Pascal Köpke ein gutes Beispiel, sollte er für ein Jahr kommen. In Berlin hat er wenige Chancen. Eine Leihe ist eine Win-Win-Situation für alle. Köpke spielt, Berlin kann im kommenden Jahr mit ihm planen, ihn in die Bundesliga einbauen, sollte er in Dresden einschlagen oder - was auch möglich ist - zu einem besseren Preis als jetzt weiterverkaufen."

Einen Haken hätte es: "Dresden hätte ihn nur knapp zwölf Monate. Nächstes Jahr würde die Suche wieder losgehen."

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