Ex-Dynamo Stefaniak: "Mit einem Auge bin ich immer in Dresden"

Marvin Stefaniak (r.) erhält Anwesiungen von Wolfsburg-Coach Andreis Jonker.
Marvin Stefaniak (r.) erhält Anwesiungen von Wolfsburg-Coach Andreis Jonker.  © Picture Point/Kerstin Kummer

Wolfsburg - Aller Anfang ist schwer! Diese Erfahrung musste auch Ex-Dynamo Marvin Stefaniak nach seinem Wechsel zum Bundesligisten VfL Wolfsburg machen.

Dass der 22-Jährige, der im Sommer Dresden verließ, bei den Niedersachen wochenlang nicht zu sehen war, hatte keine Leistungsgründe.

Es gab auch keinerlei Anpassungsprobleme nach seinem Sprung vom Unter- ins Oberhaus. Stefaniak war schlichtweg verletzt!

"Gleich zu Beginn der Vorbereitung hatte unser Doc bei mir einen Fersensporn diagnostiziert. Den kann man wegtherapieren, und ich dachte, dass ich nach einer Woche wieder einsteigen kann. Letztendlich ist es ein Riss gewesen. Da war mir klar, dass ich länger pausieren muss."

Am vergangenen Donnerstag stand Stefaniak erstmals im VfL-Trikot auf dem Rasen. Beim 3:0 im Testspiel gegen den FC Erzgebirge Aue durfte er ab der 68. Minute ran und bereitete mit einem schönen Pass in die Tiefe das 2:0 durch Victor Osimhen vor.

"Für meinen Kopf war dieser Einstieg beim VfL mit der langen Verletzungspause natürlich scheiße. Das ist ein unangenehmes Gefühl. Du kommst zu einem Verein, trainierst zwei Wochen und bist verletzt. Aber meine Familie und Freunde haben mir Mut gemacht. Jetzt muss ich mich Stück für Stück nach vorn kämpfen", erklärt der Mittelfeldspieler.

Marvin Stefaniak (l.) im Testspiele gegen den FCE Aue vor zwei „Veilchen“ am Ball.
Marvin Stefaniak (l.) im Testspiele gegen den FCE Aue vor zwei „Veilchen“ am Ball.  © Picture Point/Kerstin Kummer

Die Konkurrenz bei den "Wölfen" ist allerdings verdammt groß, das weiß auch Stefaniak, der heiß ist auf seinen ersten Bundesliga-Einsatz.

"Ob ich in den Kader reinrutsche oder nicht, entscheidet der Trainer. Ich werde täglich alles dafür tun."

Sich als Nobody durchzusetzen, ist für ihn keine neue Situation. "Als ich vor dreieinhalb Jahren in Dresden in den Zweitligakader gerutscht bin, haben viele null Chancen für mich gesehen", sagt Stefaniak: "Ich bin mit 22 immer noch ein junger Spieler.

Meine Chancen hier in Wolfsburg sehe ich genauso hoch wie damals bei Dynamo. Wenn ich hart an mir arbeite, alles gebe, kann ich schnell ins Team rücken."

Für Dynamo Dresden bestritt Stefaniak insgesamt 100 Zweit- und Drittligaspiele. Sechs Jahre lang trug er das Trikot der Schwarz-Gelben. Sein Herz schlägt auch in Niedersachsen weiter für die Sachsen. "Ich verfolge jedes Spiel, und wenn es zeitlich passt, komme ich sicher auch mal wieder ins Stadion. Mit einem Auge bin ich immer in Dresden", so Stefaniak.

Während er zum VfL wechselte, ging der gleichaltrige Paul Seguin in der vergangenen Woche den umgekehrten Weg - von Wolfsburg nach Dresden.

Stefaniak: "Ich bin in der kurzen Zeit gut mit ihm zusammengewachsen, wir haben viel gemeinsam unternommen. Für ihn ist Dynamo genau der richtige Schritt. Paul ist ein sehr guter Junge, technisch hoch begabt, er schlägt gute Bälle. Ich denke, dass Trainer Uwe Neuhaus auf Pauls Dienste bauen wird."


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