"Ohne Kampf geht nichts!" Gütschow sorgt sich um Dynamo und lobt den Erzrivalen

Dresden - Die Lage ist prekär, aber nach zehn von 34 Spieltagen natürlich noch nicht hoffnungslos. Dennoch: Die SG Dynamo ist in der 2. Liga ab sofort zum Punkten verdammt. Jetzt heißt es nur noch Abstiegskampf!

Torsten Gütschow ist noch regelmäßig für die DFB-Altstars.
Torsten Gütschow ist noch regelmäßig für die DFB-Altstars.  © imago images / Christian Schroedter

Dass am Sonnabend gegen Dresdens Ex-Trainer Uwe Neuhaus und dessen Arminen sogar die Rote Laterne des Tabellenletzten droht, macht es nicht einfacher.

Der Druck auf Coach Cristian Fiel und seine Mannschaft wächst.

Gegen Bielefeld wird auch Torsten Gütschow wieder im Stadion sein, wieder neben seinem ehemaligen Mitspieler und jetzigen Dynamo-Aufsichtsrat Dixie Dörner sitzen. Auch Gütschow macht sich um seinen Verein Gedanken:

"Natürlich ist es besorgniserregend. Zumal wir ja schon bessere Phasen hatten. Zum Beispiel die Aufholjagd gegen St. Pauli - da war ich begeistert. Da steckte was in der Mannschaft, da habe ich gedacht, wir sind übern Berg."

Aber nicht nur der Optimismus des 57-Jährigen bekam in den vergangenen Wochen mächtige Dämpfer. Deshalb appelliert der ehemalige Knipser, der in seiner aktiven Zeit vorn für die Tore zuständig war, jetzt vor allem an die Grundtugenden: "Wir haben sicher viele gute Fußballer. Aber ohne Kampf geht in dieser Liga gar nichts! 80 Prozent sind Wille und Ehrgeiz, 20 Prozent Talent. Aber wenn ich als Spieler nicht bereit bin, den inneren Schweinehund zu überwinden, über meine Grenzen zu gehen, den absoluten Willen zu zeigen, dann werde ich auch keine Spiele gewinnen. Und Fußball, vor allem Profifußball, ist nun mal Ergebnissport."

Torsten Gütschow von Diskussionen über Taktik und Matchpläne genervt

Torsten Gütschow wird auch am Sonnabend im Stadion sein, um Dynamo gegen Bielefeld die Daumen zu drücken
Torsten Gütschow wird auch am Sonnabend im Stadion sein, um Dynamo gegen Bielefeld die Daumen zu drücken  © imago images / foto2press

Was Gütschow mittlerweile nervt, sind die Diskussionen über Taktik, Matchpläne und Ähnliches:

"Ich verstehe nicht, wenn Spieler sagen, sie hätten keinen Plan. Das sind Profis! Da lautet der erste Plan, meine Zweikämpfe zu gewinnen - nicht nur im Spiel, das geht schon im Training los.

Aber da wird über Dreier-, Vierer-, Fünfer oder 40er-Kette geredet... Dabei geht es einfach darum, rauszugehen und Spiele zu gewinnen, mit Willen und Einstellung das umzusetzen, was der Trainer verlangt. Es gewinnt nicht immer die Mannschaft mit den besseren Fußballern."

Gütschow hofft wie alle Schwarz-Gelben, dass es in den Köpfen der Dynamos bis zur Partie gegen Bielefeld klick macht: "Sie müssen langsam anfangen, die Ärmel hochzukrempeln. Ein erfolgreiches Tackling, ein gewonnener Zweikampf an der Eckfahne - schon jubeln die Zuschauer, schon sind die Fans da. Das muss rüberkommen."

Dass es im Gegensatz zu den Dresdnern ausgerechnet beim sächsischen Konkurrenten Aue so gut läuft, verwundert Gütschow nicht: "Die beißen, die kratzen, die sind fit, gehen in die Zweikämpfe und haben Mannschaftsgeist. Und die haben einen Männel, der auf den Tisch haut. Und einen Leonhardt, der den einfachen Weg geht, auch mal einen Trainer aus dem Osten holt. Ich kenne Schuster noch von früher. Der war kein großer Fußballer, aber der hat dazwischengehauen, stand gegen mich und andere immer am Rand einer Roten Karte. Aber dieser Charakter passt einfach hervorragend nach Aue."

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