So tickt Dynamos Interims-Trainer Heiko Scholz: "Ich bin einer aus dem Leben"

Dresden - Heiko Scholz hatte sich am Montagabend gewundert, dass er zwei Dynamo-Anrufe auf seiner Mailbox hatte, einer war von Ralf Minge. Da dämmerte dem Ex-SGD-Profi, hier könnte was passiert sein. Keine 24 Stunden später hatte der 53-Jährige seinen Job bei Wacker Nordhausen gekündigt, bis 2021 als jetziger Interims- und künftiger Co-Trainer bei Dynamo unterschrieben, seine erste Einheit geleitet und sich den TAG24-Fragen gestellt.

Im Training gibt Heiko Scholz gleich Kommandos, so wie hier an Matthäus Taferner und Moussa Koné.
Im Training gibt Heiko Scholz gleich Kommandos, so wie hier an Matthäus Taferner und Moussa Koné.  © Lutz Hentschel

TAG24: Herr Scholz, Willkommen zurück! Was ging Ihnen in den letzten Stunden alles durch den Kopf?

Scholz: "Oh, sehr viel. So ein Ding habe ich auch noch nicht gemacht. Es ging sehr schnell. Ja, lange überlegen brauchte ich nicht. Dynamo ist etwas Besonderes. Ich weiß aber auch, dass es schwer wird, was in den kommenden Wochen und Monaten verlangt wird. Deshalb gehe ich da auch sehr demütig ran."

TAG24: Warum ging es so schnell? Auch, weil Sie in Nordhausen lange kein Geld bekommen haben?

Scholz: "Dazu kann ich nichts sagen. Ich habe das geklärt in meiner charmanten Art und Weise. Es war bissl Zeitdruck, deshalb habe ich das Montagabend geregelt und konnte Dienstag hier sein."

TAG24: Sie sind jetzt Interimstrainer, machen dann als Assistenztrainer weiter und haben bis 2021 unterschrieben. Ist eigentlich schon wie Weihnachten für Sie oder?

Scholz: "Nein, in Nordhausen hatte ich bis 2022 Vertrag. Aber wenn ein Zweitligist wie Dynamo Dresden ruft, dann zögerst du nicht. Dort, wo du selbst viele schöne Erlebnisse hattest, dort, wo du ausgebildet wurdest, die aus mir einen Fußballer gemacht haben, da brauchst du nicht lange überlegen."

TAG24: Haben Sie auch darüber nachgedacht, dass Dynamo ein Stahlbad für Sie werden könnte?

Scholz: "Ich bin so lange in diesem Geschäft, das weiß man. Ich weiß, was hier abgelaufen ist, habe viele Spiele gesehen. Ich werde jetzt mit dem Videoanalyst noch paar Spiele schauen, um uns auf den Gegner vorzubereiten. In der Position, in der ich jetzt bin und ich der ich später sein werde, werde ich alles für den Verein tun. Wir müssen den Klassenerhalt schaffen. Nur das zählt."

Dynamos "Neuer" Heiko Scholz hat als Co-Trainer schon viele Chefcoachs erlebt

Interims-Coach Heiko Scholz sucht während der Trainingseinheit das Gespräch mit einigen Dynamo-Akteuren.
Interims-Coach Heiko Scholz sucht während der Trainingseinheit das Gespräch mit einigen Dynamo-Akteuren.  © Lutz Hentschel

TAG24: Wen wünschen Sie als Chef?

Scholz: "Keine Ahnung, das werde ich auch nicht bestimmen. Ich glaube, ich komme mit jedem aus. Ich bin einer aus dem Leben, ich lache viel, aber wenn es ans Arbeiten geht, wird es ernst."

TAG24: Aber es ist ungewöhnlich. Eigentlich bestimmt der Chef, wenn er mitbringt. Jetzt ist der Co schon. Ist das für Sie etwas Neues?

Scholz: "Ist zwar schon ein Stück her, aber ich habe in Duisburg fünf Trainer erlebt und ich bin als Co geblieben bin. Heute haben viele Chef zwei Co-Trainer. Und wenn das jetzt hier die Idee von Dresden ist, das man einen Dynamo-Co-Trainer will, dann freut mich das."

TAG24: Kennen die jungen Männer Heiko Scholz?

Scholz: "Das ist nicht wichtig. Wir leben im Jetzt, was in der Vergangenheit war, ist nicht wichtig. Die werden mich schon noch kennenlernen."

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