"Das ist einfach nur lächerlich": Dynamo-Keeper Broll ärgert sich über Elfer-Regel

Dresden - Nicht nur die Spieler von Dynamo Dresden müssen sich ab 1. Juli auf eine Fülle neuer Regeln und Besonderheiten einstellen. In der 2. Bundesliga wird jetzt der Videobeweis eingeführt und der bringt auch mit sich, dass die Torhüter beim Elfmeter ab sofort genau unter die Lupe genommen werden.

Dynamos Torhüter-Trainer Brano Arsenovic schaut genau hin: Er hat mit (v.l.) Tim Boss, Patrick Wiegers und Kevin Broll drei starke Leute.
Dynamos Torhüter-Trainer Brano Arsenovic schaut genau hin: Er hat mit (v.l.) Tim Boss, Patrick Wiegers und Kevin Broll drei starke Leute.  © Lutz Hentschel

Denn auch dort gibt es neue Bestimmungen. Mit denen kann sich Neuzugang Kevin Broll nur schwer anfreunden.

Die Regel besagt, dass der Torhüter beim Elfmeter mit einem Fuß auf der Linie stehen muss. Eigentlich eine Verbesserung. Früher musste er mit beiden Füßen auf der Linie stehen, aber: Zuvor hat das keinen groß gejuckt. Jetzt gibt es die Anweisung, dass der Videoschiedsrichter das kontrollieren muss. Bewegt sich der Tormann nur einen Hauch von der Linie weg, pariert den Elfmeter, wird dieser wiederholt und der Schlussmann bekommt zusätzlich Gelb!

Bei der derzeit laufenden Frauen-WM in Frankreich sorgt genau diese Regel für mächtig Zoff.

"Das ist jetzt meine persönliche Meinung und dazu stehe ich auch. Ich finde das lächerlich", schüttelt Broll der Kopf. Mal angenommen: Er hat schon Gelb, es gibt Elfmeter. Würde er ihn halten, und er bewegt sich zu früh von der Linie, wird er zurückgepfiffen und er fliegt.

Wie reagiert Broll da im Vorfeld? Riskiert er lieber den Feldverweis oder nimmt er den möglichen Gegentreffer hin? "Ganz ehrlich, ich weiß es nicht. Keine Ahnung", zuckt der 23-Jährige mit den Schultern.

Drei von drei Elfmetern parierte Kevin Broll in der Vorsaison. In dieser Szene pariert er jenen von Zwickaus Toni Wachsmuth.
Drei von drei Elfmetern parierte Kevin Broll in der Vorsaison. In dieser Szene pariert er jenen von Zwickaus Toni Wachsmuth.  © Picture Point / Sven Sonntag

Die Chance des Keepers beim Elfmeter liegt bei knapp 20 Prozent.

Die wird jetzt kleiner werden. "Du hast eigentlich keine Möglichkeit mehr, nicht, wenn du so lange stehen bleiben musst. Du machst einfach immer den Schritt. Klar, du kannst nicht drei Meter rausrennen, aber ich kann mit der Regel nichts anfangen. Hauptsache, da saß wieder irgendeiner dort und hat sich was Neues ausgedacht", ärgert sich Broll.

Dabei sind Elfmeter seine Spezialität. In der abgelaufenen Saison bekam er in Großaspach drei gegen sich, alle drei hat er pariert.

Einen Trick hat er nicht. "Ich bereite mich gut vor, habe ein Tool, wo ich mir Schützen anschaue. Dann gehe ich volle Pulle in die Ecke. Aber viel ist einfach nur Bauchgefühl", sagt der Keeper und nennt ein Beispiel.

"Der Elfmeter für Zwickau im Rückspiel. Ich wusste, Toni Wachsmuth hat die letzten drei Elfer alle links von mir versenkt. Kurz vorm Schuss sagte ich mir, nö, der schießt heute rechts und prompt hatte ich ihn", lacht Broll. Wenn nur alles so einfach wäre. Zum Beispiel die neue Regel...

Kevin Broll kam von der SG Sonnenhof Großaspach zu Dynamo. Hier will er sich als Nummer 1 etablieren.
Kevin Broll kam von der SG Sonnenhof Großaspach zu Dynamo. Hier will er sich als Nummer 1 etablieren.  © Lutz Hentschel

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