Dynamo-Keeper Broll vor Regensburg: "Totgesagte leben länger"

Dresden - Keine glaubt mehr an Dynamo, die Fans haben kaum noch Hoffnung, die Medien schreiben Dresden fast schon ab. Am Freitag ist der Tabellenletzte in Regensburg gefragt. Ist das vielleicht sogar ein Vorteil, weil keiner mehr einen Pfifferling auf die SGD setzt, die Erwartungen gen Null tendieren? "Totgesagte leben länger", sagte Keeper Kevin Broll dazu.

Torhüter Kevin Broll fliegt und pariert gegen den SV Darmstadt 98 einen Ball.
Torhüter Kevin Broll fliegt und pariert gegen den SV Darmstadt 98 einen Ball.  © imago images / Dennis Hetzschold

Er hat hat jedenfalls den Mut noch nicht verloren. Auch wenn das 1:2 gegen Bochum für ihn wie "ein Genickschlag" war. Er glaubt ans Team, powert weiter.

Wenn bei Dynamo derzeit einer den Mund aufmacht, locker bleibt und trotzdem fokussiert ist, dann Broll. Er sprach zur Pressekonferenz seine Sätze mit einem leichten Lächeln.

"Ich bin das in den letzten Jahren gewohnt, als unzurechnungsfähig hingestellt zu werden. Ich komme von Sonnenhof Großaspach. Da hat auch keiner geglaubt, dass sich der kleine Dorfklub hält. Ich war vier Jahre dort, wir haben immer den Klassenerhalt in der 3. Liga geschafft", erklärte er und ergänzte:

"Das Dorf hat weniger Einwohner als der volle K-Block. Das hat schon was zu bedeuten. Diese Mentalität habe ich mir angeeignet. Nicht mit dem Kopf durch die Wand, aber nach dem Motto: Den Leuten zeige ich es. Totgesagte leben länger. Jetzt musst du auch mal die zweite Boxhand raushauen."

SG Dynamo Dresden hat seit 11 Spielen nicht mehr gegen Jahn Regensburg verloren

Dynamo-Keeper Kevin Broll nach dem Abpfiff gegen Bochum. Das 1:2 hat er verdaut. Am Freitag will er seine Kiste sauber halten - wie zuletzt in Heidenheim und auf St. Pauli.
Dynamo-Keeper Kevin Broll nach dem Abpfiff gegen Bochum. Das 1:2 hat er verdaut. Am Freitag will er seine Kiste sauber halten - wie zuletzt in Heidenheim und auf St. Pauli.  © Lutz Hentschel

Das heißt nicht anderes, Dresden muss sich wehren, nicht kampflos ergeben.

Und dafür ist Freitag der richtige Tag, um aufzustehen, um nicht mehr tot zu sein. Auch weil der Gegner Regensburg heißt.

Seit elf Spielen hat Dynamo gegen den Jahn nicht mehr verloren, gewann dabei acht Duelle. Der letzte Regensburger Erfolg datiert aus dem April 2010. Überhaupt erzielte der SSV in den sieben Zweitliga-Partien gegen Dresden nur zwei Tore.

Seit dem Zweitliga-Aufstieg 2017 konnten die Oberpfälzer in allen fünf Duellen nur im Hinspiel der aktuellen Saison einen Treffer erzielen. "Ich bin kein Freund von Statistiken. Das sollen die Reporter machen. Du kannst zehn Spiele gegen eine Mannschaft verlieren und dann doch gewinnen", so der Hüter.

Er will aber alles daran setzen, dass diese Serie hält. Ein Dreier, es wäre der zweite in diesem Kalenderjahr, wäre nicht nur ein Stimmungsaufheller für Broll und Co., es wäre auch die richtige Einstimmung fürs anstehende Derby am 8. März. Heute und gegen Aue jeweils drei Punkte, dann wäre Dresden wieder da und dran. Die zweite Boxhand braucht es dann trotzdem noch.

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