TV-Auftritt nach Stasi-Affäre: Dynamo-Idol Geyer "frustriert und überrascht"

Dresden - Dynamos Fußball-Legenden Hans-Jürgen Kreische, Dieter Riedel und Klaus Sammer wollen, dass Eduard Geyer die Ehrenspielführer-Würde aberkannt wird.

Das Tischtuch zwischen Eduard Geyer (vorn rechts) und Dynamo-Legenden wie Klaus Sammer und Dieter Riedel (hinten, v.l.n.r.) scheint zerschnitten.
Das Tischtuch zwischen Eduard Geyer (vorn rechts) und Dynamo-Legenden wie Klaus Sammer und Dieter Riedel (hinten, v.l.n.r.) scheint zerschnitten.  © Imago

Grund: Geyer habe in unerhörtem Maße für die Staatssicherheit gespitzelt, Mitspielern bewusst geschadet und dafür Geld erhalten (TAG24 berichtete). Da der Verein der Bitte nicht nachkam, zog das Trio ihrerseits das Ehrenspielführer-Amt zurück. Nun meldete sich "Ede" selbst nach all dem Wirbel um seine Vergangenheit zu Wort.

In der TV-Sendung "MDR um 4" stellte sich der 73-Jährige gestern den Anschuldigungen. "Das berührt mich sehr. Bin überrascht und frustriert zugleich", sagte der ehemalige DDR-Nationaltrainer. "Ich habe versucht mit allen drei Personen zu reden, mich zu entschuldigen."

In der Sendung wurde auch ein aufgenommenes Interview mit Kreische und Riedel eingespielt, da ein gemeinsames Gespräch mit allen Parteien an einem Tisch wohl nicht möglich ist.

"Diese Ausmaße kann man nicht verzeihen", sagte Kreische, für den es sich nicht nur um Kleinigkeiten handele. Riedel sprach von einer "Verletzung des Ehrenkodexes".

Jahrelang hat Eduard Geyer mit dem Finger auf andere gezeigt, der Stasi über Teamkollegen berichtet. Im TV hatte er die Chance, sich öffentlich zu entschuldigen. Geyer nutzte diese aber nicht.
Jahrelang hat Eduard Geyer mit dem Finger auf andere gezeigt, der Stasi über Teamkollegen berichtet. Im TV hatte er die Chance, sich öffentlich zu entschuldigen. Geyer nutzte diese aber nicht.  © Imago

Geyer betonte, dass er den Kontakt zu Letzterem gesucht habe, der aber mit ihm nicht reden wollte. "Ich bin noch immer gesprächsbereit", zeigte sich der DDR-Meister von 1973 offen.

Geyer kann zudem nicht verstehen, dass dieses Thema jetzt noch einmal hochgekocht wird. "Ich habe mich 1992 dem Thema gestellt, was dann in den 2000ern von der BILD nochmal aufgegriffen wurde."

Doch dabei blieb es nicht. In den letzten Tagen kam Geyers Stasi-Vergangenheit wieder ans Licht. Der wirkte so, als könne er mit dem erneuten Trubel um seine Person mittlerweile gut umgehen und diesen verkraften. Rückendeckung gebe ihm die Verleihung der "Goldenen Henne", die Geyer im Jahr 2000 verliehen bekommen hatte. "Das ist ein Publikumspreis", betonte er und ergänzte: "Die Menschen können gut zwischen der Vergangenheit und der sportlichen Leistung unterscheiden."

Mehr Sorgen mache er sich um den Verein Dynamo Dresden, über den nun wieder deutschlandweit schlechte Schlagzeilen verbreitet werden: "Ich hoffe, dass Dynamo durch die Problematik keinen Schaden nimmt."

Das letzte Wort scheint in dieser politisch-sportlichen Auseinandersetzung noch immer nicht gesprochen ..


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